11.11.2019 - 16:36 Uhr
WaldsassenDeutschland & Welt

Mit tröstlicher Zuversicht

Die vereinten Laienchöre Rastislav Blansko und Basilika Waldsassen vollendeten das diesjährige Konzert- und Kirchenjahr. Auf dem Programm standen ein hoffnungsfrohes Requiem und eine aufrüttelnder Kantate.

Beim zehnten großen gemeinsamen Herbstkonzert in der Stiftsbasilika musizierten der Chor der Basilika Waldsassen und der Chor Rastislav Blansko sowie das Orchester Czech Virtuosi eine Bach-Kantate und das „Requiem“ von Gabriel Fauré.
von Redaktion ONETZProfil

Am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres beschließen die Chöre Rastislav Blansko und Basilika Waldsassen die reiche Ernte des Veranstaltungsjahres in der Wallfahrtsbasilika mit der Aufführung der Bach-Kantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme", BWV 140, und des Fauré-Requiems beim 20. von Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter geleiteten Herbstkonzert. Am Volkstrauertag konzertieren die Kirchenchöre zum zehnten Mal zusammen und lassen die Früchte nachbarschaftlicher Freundschaft in der Basilika erklingen.

Zugleich blicken die Sänger mit der Bach-Kantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme" auf die kommende Adventszeit, für die sich die Christen in Erinnerung an die Ankunft der Geburt Jesu auf einen festlichen Jahresabschluss vorbereiten.

In relativ langsamem Tempo beginnt der Weckruf als melodischer Choral, den die Soprane anstimmen und das ganze Stück hindurch beibehalten, sehr schön vom Horn begleitet, ein etwas verhaltener Jubel. Solo-Tenor Ottmar Andritzky kündigt in einem Rezitativ das Kommen des Bräutigams an, kann aber nicht überzeugen. Der Dialog zwischen der Seele (Claire Elizabeth Craig, Sopran) und Jesus (Roman Hoza, Bariton), begleitet von der virtuosen Solovioline, setzt stimmlich sehr gut ein, bis der Bariton sich offensichtlich etwas unsicher zu halblautem Gesang zurücknimmt.

"Mein Freund ist mein"

Im vierten Satz wird der Cantus firmus vom Tenor gesungen, jetzt in etwas frischerem Tempo mit der bekannten Streichermelodie. Den zweiten Dialog "Mein Freund ist mein" leitet die Oboe schwungvoll ein, Sopran und Bariton harmonieren. Das vereinte Chorvolumen glänzt lobpreisungswürdig beim Schlusschoral mit einem mächtigen Gloria. "Ewig in dulci jubilo" endet die Kantate mit weihnachtlichem Vorgeschmack.

"Das Requiem", op. 48, von Gabriel Fauré ist keine dramatisierende Darstellung eines "Dies Irae" mit trübem Blick auf das Ende, sondern wird eine Trauer ganz ohne Zorn, die über den Schmerz des Todes wie bei einer Begräbnisfeier mit "In Paradisum" voller Licht und Hoffnung auf die Erlösung blickt. In vielen Passagen gleiten Moll-Klänge von Chor und Orchester in stimmungsvolle Dur-Akkorde. Beim "Offertoire" mit stimmungsvollen Celli und Bratschen setzt der Chor klangschön ein und singt durchsichtig. Der Bariton gestaltet im Solo die Fürbitten wohltönend eindringlich. Der Chor wiederholt seine Eingangsbitte und endet mit einem leisen Amen.

Die sehr gute, tief musikalische Orchesterleistung der Czech Virtuosi, nicht zu vergessen ist das zuverlässig präsente Continuo, erweist sich besonders im "Sanctus": Bewegt und innig zart agieren die Streicher, der Chor korreliert feinstimmig und steigert sich zum Höhepunkt. Hier gelingt ihm sphärischer Gesang, der im jubelndem "Hosanna in excelsis" von sauberen Bläsern und prima aufspielendem Orchester gipfelt. Fauré komponierte den letzten Vers "Dona eis requiem" der bekannten "Dies-irae"-Requien mit melodischer Schlichtheit friedlicher Anrede: "Pie Jesu". Die Sopranistin gestaltet dieses Glanzstück anrührend.

Ruhe und Besinnung

In das "Agnus Dei" führen die Tenöre einstimmig ein, der Chor ruft nach ewiger Ruhe. Nahezu dramatisch gerät das "Libera Me". Der Bariton bittet klangschön um Erlösung, der Chor weist im Fortissimo zusammen mit den Hörnern auf das Jüngste Gericht hin. Das Finale "In Paradisum" klingt wie sphärische Engelsmusik, die zum Paradies führt. Zur Wirkung gebracht wird sie durch vollen Gesang, Harfenbegleitung und gezupfte Saiten.

Insgesamt hat das Fauré-"Requiem" unter dem Dirigenten Sagstetter, der der Linienführung und Homogenität viel Gewicht beimaß, Ruhe und Besinnung ausgestrahlt, nicht zuletzt durch das jeweils der Stimmung entsprechende Orchesterspiel.

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