08.07.2020 - 19:31 Uhr
TirschenreuthDeutschland & Welt

500 Kilometer Rad-Rundkurs durch die Oberpfalz

Das, was der Goldsteig bereits für die Wanderer ist, soll die Radl-Welt für die Zweiradfahrer im Oberpfälzer Wald werden. Auf einer Strecke von 500 Kilometern lädt sie dazu, die Urlaubsregion auf zwei Reifen zu erkunden.

Die Oberpfälzer Radl-Welt lädt dazu ein, auf einer Strecke von etwa 500 Kilometer den Oberpfälzer Wald zu erkunden. Die große Tour ist in sechs verschiedene Erlebniswelten unterteilt.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Auf einer Strecke von 500 Kilometern lädt die Oberpfälzer Radl-Welt dazu ein, die Region von Waldsassen bis Nittenau auf zwei Reifen zu erkunden. Die Radl-Welt ist ein Projekt, an dem die drei Landkreise Neustadt/WN, Tirschenreuth und Schwandorf zusammen mit der Stadt Weiden bereits seit 2017 arbeiten. Der nun ausgeschilderte Rundkurs besteht aus einer Hauptroute und sechs thematischen Erlebnistouren. Im Landkreis Tirschenreuth lauten die Mottos "Zoigl & Fisch" sowie "Wald und Täler". Im Landkreis Neustadt/WN erkundet der Radfahrer die Bereiche "Vulkane & Erdgeschichte" sowie "Genuss & Kultur". "Sagen und Geschichten" sowie "Wasserwelten" lauten die beiden Themen im Landkreis Schwandorf.

Das, was in der Region der Goldsteig für die Wanderer ist, soll die Radl-Welt für die Radfahrer werden. Auch die Tirschenreuther Himmelsleiter liegt auf der 500 Kilometer langen Strecke.

Für die neue Attraktion bauen die Landkreise und die Stadt Weiden keine neuen Radwege, sondern setzen auf eine Vernetzung der vorhandenen Strecken. Die beliebten Bahntrassen-Radwege, darunter der Bocklweg im Landkreis Neustadt/WN sind ebenso Teil des Konzepts wie viele romantische Radwege entlang der Flüsse und Bäche, darunter auch Waldnaabtal- und Naabtal-Radweg. Dort, wo es nötig war, wichen die Planer auf verkehrsarme Gemeindeverbindungsstraßen als Lückenschluss aus. Markiert ist die Route mit einem neuen Logo, das ein stilisiertes Fahrrad und zwei schematisch dargestellte Bäume zeigt. Bei der Hauptroute ist die Hintergrundfläche in grüner, bei den Verbindungswegen der Erlebniswelten in oranger Farbe dargestellt. Mit diesem Haupt- und Nebenwege-Konzept ist bereits der Goldsteig ungemein erfolgreich unterwegs.

"Der Oberpfälzer Wald wird den Erholungssuchenden dabei Kilometer für Kilometer ans Herz wachsen", sind sich die Organisatoren sicher. Mit groß angelegten PR- und Werbeaktionen wollen sie ihre Oberpfälzer Radl-Welt nun möglichst schnell bekannt machen. Dazu gibt es eine Tourenkarte, die in einer Erstauflage von 50.000 Exemplaren erschienen ist und kostenlos über die Tourismusämter an alle Interessierten abgegeben wird.

Der Tirschenreuther Landrat Roland Grillmeier, der seit Dienstag den Lenkungsausschuss für den Oberpfälzer Wald leitet, sieht im neuen Angebot eine große Chance, auch wegen der Reiseeinschränkungen nach der Corona-Pandemie. "Wir haben im Oberpfälzer Wald genau das, was Urlauber derzeit wollen. Es gibt bei uns keinen Massentourismus, sondern qualitativ gute Angebote und Wege, auf denen man zeitweise fast allein unterwegs ist."

Entwickelt hat das Leader-Projekt der Tourismusverband Ostbayern. Die Gesamtkosten für das vom Landwirtschaftsministerium und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für Entwicklung des Ländlichen Raumes geförderte Projekte belaufen sich auf über 200 000 Euro. Sehr zur Freude von Projektleiterin Antonia Gareis vom Tourismusverband Ostbayern zeigen auch Gasthöfe und Hotels großes Interesse an der Neuerung. Über 110 Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe haben sich bereits als "Radlerfreundliche Betriebe" zertifizieren lassen und bieten besondere Serviceleistungen an.

Eigentlich wollten die Verantwortlichen des Oberpfälzer Waldes die Freigabe der Strecken im Mai - zur Beginn der Rad-Saison mit einem Festakt im Aribo-Hotel in Erbendorf im Landkreis Tirschenreuth feiern. Doch dann kam das Coronavirus.

Infos zur Strecke mit Download der Wegstrecke als GPX-Datei

Mehr Tipps für Radtouren gibt es in unserer Serie OnTour

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Tho mas

Das Ausschildern von Strecken wird allein nicht viel bringen, solange die bestehenden Radwege und die Neuplanungen weiter nicht auf die Bedürfnisse der Radfahrer ausgerichtet werden. Der Bocklradweg von NEW bis Vohenstrauß ist geteert und wird entsprechend gut angenommen. Der Bayerisch-Böhmischer Freundschafts-Radweg ist nicht geteert und wurde zudem mit zahlreichen Pfosten versehen, die das Befahren unnötig gefährlich machen. Mit Kinderanhänger ist er kaum befahrbar. Logischerweise wird er auch viel weniger benutzt.

Gerne würde ich im Sommer von Wernberg nach Amberg ins Industriegebiet Nord mit dem Rad zu Arbeit fahren. Es gibt aber nur zwei Möglichkeiten. Entweder über Hainstetten oder eben nach Hirschau und dann nach Amberg. Beide Straßen kann man zu den Pendelzeiten nur unter Lebensgefahr benutzen.

Die Ortsdurchfahrt Hirschau wurde letztes Jahr komplett erneuert. Es gab eine neue Teerdecke und behindertengerechte Haltstellen. Die Bordsteine wurden in vielen Bereichen neu gesetzt. Komplett vergessen wurden die Radfahrer. Die sollen sich nach Meinung der Verantwortlichen den löchrigen Gehweg mit den Fußgängern teilen. Macht natürlich niemand, der halbwegs flott vorwärts kommen möchte. Dafür ist die B14 als ehemalige Hauptverkehrsstraße weiter als überbreite Rennstrecke ausgebaut.

Das beste Beispiel für die fehlgeleitete Fahrradpolitik in unserer Gegend ist aber der schöne neue Radweg von Wernberg nach Holzhammer. Alle paar 100 Meter kommen Wege aus dem Wald, die alle heilige Zeit mal ein Bauer oder ein Forstfahrzeug benutzt. All diese Wege sind gegenüber dem Radweg vorfahrtberechtigt, obwohl jeder, der aus dem Wald kommt, 5-10 Meter später eh an der B14 die Vorfahrt beachten muss.

Nein, die mittlere Oberpfalz ist in Sachen Radpolitik ein Entwicklungsland. Wenn EU-gefördert in Radwege investiert wird, dann seltenst an den Bedürfnissen der Radfahrer ausgerichtet, sondern so, dass der Autofahrer von Fahrrädern ungestört die Straßen nutzen kann.

08.07.2020