Tirol zur Blockabfertigung: „Wir sind Opfer und nicht Täter“

Blockabfertigung an der deutsch-österreichischen Grenze, das bedeutet: Etwa 250 Lkw dürfen pro Stunde passieren. Oft führt das zu Staus. In Österreich argumentiert man, Deutschland sei schuld und behindere die Effizienz im Güterverkehr.

Günther Platter (Österreichische Volkspartei), Landeshauptmann von Tirol. Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild
von Agentur DPAProfil

Kiefersfelden / Kufstein (dpa/lby) - Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) rechtfertigt sich für die Wiederaufnahme der Blockabfertigung an der Inntalautobahn. „Wir sind Opfer und nicht Täter“, sagte Platter am Montag in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (BR2). Bei der Blockabfertigung auf der Autobahn 93 durften am Montagmorgen nur 250 Lkws pro Stunde die Kontrollstelle in Richtung Kufstein (Österreich) passieren. Laut Polizei kam es dieses Mal zu keinen Staus und nur kurzzeitig zu stockendem Verkehr. Bei früheren Blockabfertigungen staute sich regelmäßig eine Wand von Lkws, die auf der bayerischen Seite Verkehrsbehinderungen verursachte.

Die Österreicher fordern seit geraumer Zeit, den Transitverkehr auf die Schiene bringen. „Deutschland steht in der Verantwortung, dass die Zulaufstrecken gebaut werden für diesen Eisenbahnkorridor von Berlin bis Palermo“, sagte Platter. Wenn das nicht passiere, müsse Deutschland sich den Vorwurf gefallen lassen, dass diese Strecke ohne Zulaufstrecke nicht effizient sei. Im Jahr 2012 vereinbarten Deutschland und Österreich einen Staatsvertrag über die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene.

Die Blockabfertigungen sind in diesem Jahr unter anderem an allen Montagen im Juli, an zwei Tagen im Oktober, an allen Donnerstagen im November und an vier Tagen im Dezember vorgesehen.

Termine Blockabfertigungen 2020

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