25.05.2020 - 17:59 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

Neue Stromtrassen für die Eisenbahn

Stromtrassen bewegen die Region seit einigen Jahren. Jetzt kommen weitere dazu, die für Mobilität sorgen sollen: Die Deutsche Bahn gibt den Startschuss für die Elektrifizierung zwischen Hof und Regensburg sowie Nürnberg und Schwandorf. Seit Montag ist der Trassenentwurf öffentlich.

Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier, Staatssekretär Klaus Holetschek, DB-Konzernbevollmächtiger Klaus-Dieter Josel, DB-Projektleiter Matthias Trykowski, und Achim Saßmannshausen, Leiter Bahnstromleitungen DB Energie (von links) erläuterten die Pläne.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Bislang ist Ostbayern ein weißer Fleck, wenn es um elektrifizierte Bahnstrecken geht. Mit Milliardenaufwand will die Deutsche Bahn das auf den Strecken Hof-Regensburg sowie Nürnberg-Schwandorf ändern. "Die Elektrifizierung bringt der Region viele Vorteile", sagte Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter für Bayern bei einem Pressetermin am Montag im Schwandorfer Bahnhof. "Das alles funktioniert aber nur mit dem passenden Strom - und der muss erst zum Zug kommen."

Die Bahn betreibt ein eigenes Stromnetz. An dieses soll nun die Region angekoppelt werden - mit neuen 110-KV-Trassen von Wiesau über Weiden und Schwandorf nach Regensburg sowie von Ottensoos bei Nürnberg über Amberg nach Schwandorf. Einspeisepunkte in die Oberleitungen mit Umspannwerken sollen in der Region in Wiesau, Irrenlohe bei Schwandorf und Hohenstadt nahe Nürnberg entstehen. Das erläuterte Achim Saßmannshausen von DB Energie. Der Trassenverlauf zwischen den "Unterwerken" soll sich an bestehenden Stromtrassen und der Autobahn A 93 orientieren und im Dialog mit den Betroffenen weiter entwickelt werden. Mitte Juni sollen Online-Plattformen dafür starten.

Bund und bayerische Staatsregierung unterstützen das Projekt. Das machten der bayerische Verkehrs-Staatssekretär Klaus Holetschek und Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier (CSU) bei dem Termin deutlich. Die Elektrifizierung bedeute mehr Fern- und Nahverkehrsangebote, auch die Zahl der Gützerzüge wird steigen. Deshalb sei es erfreulich, dass der Lärmschutz an den Strecken wie bei einem Neubau ausgestattet werde. Der Dialog mit den Bürgern sei auf dem Weg zur Verwirklichung unabdingbar, so Holetschek. Holmeier setzt darauf, dass das Projekt bei den "Oberpfälzern hohe Akzeptanz genießt". Er will erreichen, dass auch die Strecke Schwandorf-Furth-Prag elektrifiziert wird. An diesem Dienstag finden dazu Konsultationen mit Verantwortlichen aus Tschechien statt.

"Heute fällt der Startschuss für dieses Projekt", sagte Josel. Wann es abgeschlossen sein soll, ließ sich der Bahn-Bevollmächtigte nicht entlocken, zu viele Planungsschritte seien notwendig - unter anderem für rund 200 Brücken. Holetschek wurde da deutlicher: "Wir peilen 2030 an", sagte der Staatssekretär.

Der erste Leitungsentwurf im Netz:

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