Schäuble für Rettungs- und Asylzentren außerhalb der EU

Auch wenn die Coronakrise lange Zeit alles überlagerte, hat das Thema Migration nichts an seiner Brisanz verloren. Schäuble wünscht sich Flüchtlingszentren außerhalb der EU, die menschliche Lebensbedingungen garantieren.

Das Thema Migration hat nach Ansicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble über der Corona-Krise nichts von seiner Brisanz verloren. Foto: Michael Kappeler/dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin (dpa) - Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich in der Debatte über die Migration nach Europa für „Rettungs- und Asylzentren außerhalb der EU“ ausgesprochen.

In diesen müssten menschliche Lebensbedingungen garantiert werden, auch müssten sie geschützt werden, „etwa unter dem Dach der Vereinten Nationen, aber auch durch ziviles und militärisches Engagement der EU“, schreibt der CDU-Politiker in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). An einer solchen Mission würden sich Schäuble zufolge „sicher auch jene Staaten beteiligen, die sich der Verteilung von Migranten bislang verweigern“.

Das Thema Migration hat nach Ansicht des Bundestagspräsidenten über der Corona-Krise nichts von seiner Brisanz verloren. Mit Blick auf die innere Sicherheit und Stabilität der EU wie auch deren Glaubwürdigkeit als Wertegemeinschaft brauche es ein gemeinsames europäisches Asylrecht mit einheitlichen Standards und praktikablen Anerkennungsverfahren. Mit juristischen Mitteln ließen sich die Konflikte in der EU über die Migrationspolitik nicht lösen. Im Gegenteil: „Der Versuch, verpflichtende Aufnahmequoten durch einen Mehrheitsbeschluss im Rat zu erzwingen, hat den Konflikt nicht befriedet, sondern zugespitzt“, urteilte Schäuble.

Gemeinschaftliche Initiativen seien aber zum Schutz der europäischen Außengrenzen und der Menschen beiderseits dieser Grenzen unabdingbar, „vor allem für das Dilemma der Seenotrettung im Mittelmeer, zu der wir humanitär verpflichtet sind, wissend, damit einem zynischen Schlepperwesen Vorschub zu leisten“.

Sechs Wochen lang war die zivile Seenotrettung zum Erliegen gekommen. Ein Kommentar

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