23.09.2020 - 17:31 Uhr
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Tschechien-Pendler: Derzeit keine Einschränkungen

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Die Corona-Neuinfektionen in Tschechien sind jüngst stark angestiegen. Es wird damit gerechnet, dass Deutschland Gesamt-Tschechien zum Risikogebiet erklärt. Berufspendler sollen davon aber vorerst nicht betroffen sein.

Der bayerische-tschechische Grenzübergang bei Waldsassen.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Prag und Mittelböhmen gelten bereits als Risikogebiete. Menschen, die aus diesen Regionen nach Deutschland einreisen, müssen sich seit einer Woche innerhalb von 72 Stunden auf Corona testen lassen und sich bis zur Vorlage des Ergebnisses in Quarantäne begeben. Berufspendler sind nach der Bayerischen Einreisequarantäneverordnung allerdings von dieser Quarantänepflicht befreit.

„Es ist aufgrund des Infektionsgeschehens in unserem Nachbarland sehr wahrscheinlich, dass das Robert-Koch-Institut die gesamte Tschechische Republik zeitnah als Risikogebiet einstufen wird“, sagte Richard Brunner, Leiter der Chamer IHK-Geschäftsstelle, am Mittwoch. Die Infektionszahlen hätten sich auch in Westböhmen in den vergangenen beiden Wochen sehr dynamisch entwickelt.

Die Wirtschaft in Bayern und insbesondere die Unternehmen in den ostbayerischen Grenzregionen seien über die Lieferketten und den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt stark mit Tschechien vernetzt, betonte Brunner. „Darum sehen wir diese aktuellen Entwicklungen durchaus mit Sorge.“ Aufgrund der hohen Zahl von Berufspendlern aus den tschechischen Nachbarregionen erhöhe sich das Risiko für die Wirtschaft im bayerischen Grenzraum.

In der IHK-Region für die Oberpfalz und Kelheim sind Brunner zufolge über 13 000 Fachkräfte aus Tschechien beschäftigt. Überwiegend handle es sich dabei um Berufspendler mit Wohnsitz in Tschechien. In den Landkreisen Cham (8,6 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) und Tirschenreuth (9,4 Prozent) seien die Pendler-Anteile am regionalen Arbeitsmarkt am höchsten. Die aktuelle Entwicklung habe aber zunächst keine Auswirkungen auf die Berufspendler, beruhigte Brunner. Die noch bis zum 3. Oktober gültige Einreise-Quarantäne-Verordnung des Freistaats Bayern nehme Berufspendler auch bei der Einreise aus Risikogebieten von der Quarantäne-Verpflichtung aus. „Die Pendler können also weiterhin täglich über die Grenze zu ihren Arbeitgebern kommen.“

In Cham wurde derweil ein zusätzliches Testzentrum eingerichtet. Bei Symptomen oder erhöhtem Risikoprofil können sich hier auch Berufspendler nach einer Online-Registrierung kostenlos testen lassen. Der Chamer Landrat Franz Löffler (CSU) betonte, wie wichtig die tschechischen Arbeitskräfte sowie der grenzüberschreitende Güterverkehr für die Wirtschaft im Landkreis Cham und in der gesamten Oberpfalz sind. Das habe er auch an die betreffenden Stellen in München und Berlin kommuniziert.

Der Landkreis Tirschenreuth bemüht sich derweil um die Errichtung einer mobilen Teststation für Grenzpendler über die Regierung der Oberpfalz. Das teilte die Pressestelle des Landkreises Tirschenreuth auf Nachfrage mit. Bereits in der vergangenen Woche habe Landrat Roland Grillmeier (CSU) dafür Bedarf bei der Regierung angemeldet.

Ziel des Landkreises sei es, zusätzliche Testkapazitäten in der Region aufzubauen, um damit eine Anlaufstelle für Unternehmer und Grenzpendler zu schaffen. Mit regelmäßigen Tests wolle man den Unternehmern und Beschäftigten Schutz bieten. Das vorhandene Testzentrum des Landkreises könne den Bedarf für die Grenzpendler nicht abdecken.

Landrat Grillmeier stimmt es „sehr positiv“, dass sich die Firmen aktiv mit den Hygiene- und Schutzmaßnahmen beschäftigten. „Was niemand will ist ein weiterer Lockdown beziehungsweise Einschränkungen in der Wirtschaft, die im Landkreis Tirschenreuth und im Grenzraum auf einen funktionierenden Grenzverkehr angewiesen ist.“

Alarm in Prag

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