12.12.2019 - 18:10 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Raiffeisenbank-Sparer können aufatmen

Verschiedene Sparkassen in der Region haben bestimmte Sparverträge gekündigt. Bei den Volks-und Raiffeisenbanken ist das derzeit kein Thema.

Bei den Volksbanken heißt es, es gebe "keine Not", alte Sparverträge aufzukündigen.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Hoch verzinste Sparverträge sind für Banken in Zeiten des Dauer-Niedrigzins ein Problem. Mehrere Sparkassen in der Region haben in den vergangenen Monaten die Sparverträge „S-Prämiensparen flexibel“ unter bestimmten Bedingungen gekündigt. Bei den Volks- und Raffeisenbanken, die unsere Zeitung befragte, sind Kündigungen hingegen derzeit kein Thema.

„Nein, wir kündigen keine Verträge“, sagt Martin Siller, Bereichsleiter des Multi-Kanal-Vertriebs bei der Volksbank-Raiffeisenbank Nordoberpfalz. Es gebe „keine Not“, gültige Sparverträge aufzuheben. „Wir sind gut aufgestellt und ein gesundes Haus“, betont Siller. Die besondere Konstellation der gekündigten Sparkassen-Verträge gebe es bei der Volksbank-Raiffeisenbank Nordoberpfalz nicht. Es handelt sich dabei um auf unbestimmte Zeit abgeschlossene Verträge mit Prämienauszahlungen. Siller räumt ein, dass sich die Banken in einer Umbruchphase befinden. Die Niedrigzinsphase, aber auch die Digitalisierung stelle die Geldinstitute vor Herausforderungen. „So eine Situation hatten wir noch nie. Jedes Haus versucht, Wege zu finden, damit umzugehen.“

Auch bei der Volksbank-Raiffeisenbank Amberg sind bis dato keine Sparverträge gekündigt worden. Ein solcher Schritt sei auch nicht in Planung, erklärt Thomas Retzer, Leiter der Marketingabteilung. Allerdings verkaufe die VR-Bank Amberg ab sofort keine bankeigenen Sparprodukte und Termineinlagen mehr. Damit wolle man verhindern, dass solche Produkte später möglicherweise gekündigt werden müssen. Ausdrücklich nicht betroffen seien Fondsparverträge und Mietkautionskonten. Kurz und knapp antwortet Elke Pitzl von der Marketingabteilung der Volksbank-Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf. „Unser Haus hat keine Sparverträge gekündigt. Es gibt dazu auch keine Überlegungen“, erklärt sie.

Eine Nachfrage bei der Verbraucherzentrale Bayern bestätigt die Aussagen der Bankvertreter. Marion Gaksch, Fachberaterin für Verbraucherfragen von der Beratungsstelle in Amberg, sind in der Region keine Fälle bekannt, bei denen Volks- und Raiffeisenbanken Verträge gekündigt haben. Zu gekündigten Prämiensparverträgen der Sparkassen hätten sich hingegen schon über 150 Verbraucher beraten lassen. Knapp 80 Sparkassenkunden hätten sich von der Verbraucherzentrale auch eine Zinsnachberechnung erstellen lassen.

Der Bundesgerichtshof entschied im Mai dieses Jahres, dass Sparkassen langfristige Verträge unter Umständen kündigen dürfen, wenn die versprochenen Prämien gezahlt worden sind. Zuvor hatten Sparer in Sachsen-Anhalt gegen die Kündigungen ihrer „S-Prämiensparen flexibel"-Verträge geklagt. Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt, im Fall einer Kündigung den Sparkassen-Vertrag genau zu prüfen. Falls dort – anders als in den vom Bundesgerichtshof verhandelten Fällen – eine Laufzeit vereinbart ist, dürfe die Sparkasse grundsätzlich nicht vor Ablauf kündigen.

Sparkassen-Sparer erhalten Kündigung

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