06.08.2020 - 12:23 Uhr
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Prozess: Kollegen wegen eines Kabels fast erschlagen

Ab Montag muss sich ein Kraftfahrer in Regensburg vor Gericht wegen versuchten Mordes an einem Kollegen verantworten. Der Angeklagte war nach der Tat zunächst untergetaucht.

Ab Montag beginnt der Prozess in Regensburg.
von Autor AHSProfil

Die brutale Tat geht auf den November 2016 zurück. Aufgrund von Zeugenhinweisen war der Täter, ein damals 43-jähriger Kraftfahrer aus Moldau, bekannt. Er war kurz nach der Tat verschwunden und konnte erst im Dezember 2019 in Rumänien aufgegriffen und nach Regensburg ausgeliefert werden. Ab Montag muss er sich vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg unter Vorsitz von Richter Michael Hammer wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung verantworten. Vorgesehen sind vier Verhandlungstage.

Der Anklage zu Folge waren der Angeklagte und der damals 48 Jahre alte Rumäne Angestellte einer Schierlinger Spedition. Der Geschädigte hatte sich in der Tatnacht ein Verlängerungskabel besorgt, um seinen in der Halle stehenden Wohnwagen beheizen zu können. Da tauchte der Angeklagte auf, öffnete die Eingangstüre zum Wohnwagen und schlug unvermittelt mit einem stumpfen Werkzeug auf den Kopf des Geschädigten ein. Dabei soll er ihn mit "Schwuchtl" tituliert haben. Der Geschädigte erlitt eine Impressionsfraktur in der vorderen Schädelpartie, welche heftig blutete.

Der Geschädigte konnte dennoch den Wohnwagen verlassen und wollte zu einem Waschbecken gehen, sowie seine Kollegen bitten, den Notarzt zu verständigen. Der Angeklagte holte ihn ein, stieß ihn zu Boden und trat mehrfach gegen den Kopf und Oberkörper des Opfers, das blutüberströmt am Boden lag. Dabei äußerte er: "Du wirst hier in deinem Blut ersaufen und verrecken." Erst als Kollegen dazwischen gingen ließ er vom Geschädigten ab. Während sich diese um den Schwerverletzten kümmerten versuchte der Angeklagte, die Blutspuren am Hallenboden mit einem Hochdruckreiniger zu beseitigen.

Die Tat wurde der Polizei erst zwei Tage später im Zuge eines anderen Ermittlungsverfahrens bekannt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Angeklagte bereits abgesetzt. Ursache für die Attacke war nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft, dass sich der Angeklagte in den Besitz des Verlängerungskabels bringen wollte, um damit die Führerkabine seines Lkw zu beheizen.

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