29.07.2021 - 18:05 Uhr
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Neues Aushängeschild für OTH Regensburg

Eine rasante Entwicklung hat die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg hinter sich. Im vergangenen Jahrzehnt ist sie stark gewachsen. Am Donnerstag feierte die OTH ihr 50-jähriges Bestehen – und stellte ein neues Projekt vor.

Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (von links), Lothar Koniarski von der Vielberth-Unternehmensgruppe und OTH-Präsident Wolfgang Baier enthüllten ein Modell des geplanten Gästehauses auf dem Campus.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Rund 1400 Studenten zählte die Fachhochschule Regensburg bei ihrer Gründung 1971. Damals war das Regensburger Johannes-Kepler-Polytechnikum zur Fachhochschule ernannt und um weitere Studiengänge, etwa die Sozialwissenschaften, ergänzt worden. 2013 folgte in Kooperation mit der Hochschule Amberg-Weiden ein weiterer Meilenstein, die Umbenennung zur Ostbayerischen Technischen Hochschule. Heute studieren etwa 11 000 junge Frauen und Männer an der OTH Regensburg.

„Nicht nur Fachwissen, auch umfassende Bildung wird bei uns vermittelt“, betonte OTH-Präsident Wolfgang Baier bei einem Festakt, der per Livestream übertragen wurde. Die OTH habe dazu beigetragen, dass die Stadt und die Region in den vergangenen Jahrzehnten eine beispielhafte Entwicklung genommen haben. Der Großteil der Absolventen bleibe in Ostbayern, was für die Ansiedlung von Unternehmen in der Region essentiell sei. Baier erinnerte an Kritiker, die die Fachhochschule vor der Gründung als „Mini-Universität“ verunglimpft hatten. Heute würden sich Universität und Technische Hochschule, die in Regensburg nur eine Wiese trennt, hervorragend ergänzen.

Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU), der den kurzfristig verhinderten Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) vertrat, betonte, die Hochschulen für angewandte Wissenschaften seien ein „geniales Erfolgsmodell – und zwar mit und nicht gegen die Uni“. Gerade am Standort Regensburg merke man durch die örtliche Nähe kaum, wo die Uni aufhört und die OTH anfängt.

Regensburg sei das beste Beispiel dafür, wie in den vergangenen Jahrzehnten Chancen und Perspektiven in alle Landesteile Bayerns gebracht worden seien, sagte Sibler. So sei aus der „akademischen Wüste Ostbayern“ eine Aufsteiger-Region mit hervorragenden wissenschaftlichen Möglichkeiten geworden. Die OTH habe vielen Menschen das Rüstzeug für ein gelungenes Leben mitgegeben. Die Hightech-Offensive der bayerischen Staatsregierung bringe aktuell 89 zusätzliche Stellen an die OTH Regensburg, etwa im Bereich Künstliche Intelligenz, erklärte Sibler. So seien die Weichen für eine weitere erfolgreiche Zukunft gestellt.

Zum Jubiläum stellte Präsident Baier eine neue Begegnungsstätte vor, die bis 2025 zwischen Uni und OTH entstehen soll: Dort wird das „Johannes-Kepler-House of International Services" gebaut, ein Gästehaus mit Arbeitsräumen für ausländische Studenten und Dozenten. Gefördert wird das Projekt vom Regensburger Unternehmer Johann Vielberth. Baier sprach von einem besonderen Aushängeschild. „Damit werden wir in einer anderen Liga spielen.“

Studierendenvertreterin Regina Griesbeck sprach von einer „anstrengenden“ Studienzeit während der Corona-Pandemie. Sie hofft auf eine baldige Rückkehr zum Präsenzunterricht, mit Seminaren, Vorträgen, Mensabesuchen und einem abendlichen Bier am OTH-See. Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) betonte, durch die Ansiedlung der Hochschulen sei in Regensburg ein ganz anderes, sehr positives Lebensgefühl entstanden. „Das haben wir auch der OTH zu verdanken.“

Hintergrund:

Geschichte

  • 1971 wurde das Regensburger Johannes-Kepler-Polytechnikum zur Fachhochschule Regensburg ernannt.
  • Damals studierten dort rund 1400 Männer und Frauen, heute sind es etwa 11 000.
  • 2013 folgte die Umbenennung in Ostbayerische Technische Hochschule in Zusammenarbeit mit der Hochschule Amberg-Weiden.

 

 

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