13.11.2020 - 13:13 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Kulturpreis: Gedankenblitze im Rampenlicht

Eine Preisverleihung mit viel Musik und ohne Publikum: Unter Corona-Bedingungen ist am Donnerstagabend der Kulturpreis Bayern 2020 der Bayernwerk AG vergeben worden. Fünf Preisträger kommen aus der Oberpfalz.

In der Sparte Kunst wurde die Regensburgerin Regina Hellwig-Schmid (Mitte) ausgezeichnet. Es gratulierten die ehemalige bayerische Sozialministerin Emilia Müller und Bayernwerk-Vorstandsvorsitzender Reimund Gotzel.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Die 33 Preisträger in der Sparte Wissenschaft durften ihre Auszeichnungen – jeweils eine Bronzestatue, die einen Gedankenblitz darstellt, und ein Preisgeld von 2000 Euro – aus Infektionsschutzgründen nicht persönlich entgegennehmen. Dafür stellten sie sich und ihre wissenschaftlichen Erfolge in kurzweiligen Video-Selfies vor.

Ingenieur Johannes Wombacher konnte mit seiner Masterarbeit im Studiengang „Applied Research in Engineering Sciences“ an der OTH Amberg-Weiden überzeugen. Er beschäftigte sich darin mit der Optimierung der Herstellung von nahtlosen Präzisionsrohren aus unterschiedlichen Metallen. Ein mögliches Einsatzgebiet liegt im militärischen Bereich oder in der Erprobung neuer Materialen, zum Beispiel bei der Herstellung von Wasserstoffspeichern. Heute arbeitet der 29-Jährige als Konstrukteur im Sondermaschinenbau. Wombacher zeigte sich „wahnsinnig stolz“ und bedankte sich bei seiner Familie und seinen Freunden, die ihm beim Erstellen der Arbeit den Rücken freigehalten hätten.

Für seine Dissertation in der Rechtswissenschaft an der Universität Regensburg wurde Stefan Drechsler ausgezeichnet. Darin untersuchte Drechsler, welcher Stellenwert wirtschaftsbezogenen Grundrechten wie der unternehmerischen Freiheit und der Berufsfreiheit in der Europäischen Grundrechte-Charta zukommt, die 2009 in Kraft trat. Die Auszeichnung bezeichnete Drechsler als „Anerkennung und Ermutigung für viele neue Geistesblitze, die hoffentlich noch kommen werden“.

Auszeichnung für Amberger

Amberg

Auszeichnung für Arbeit zu Batterie eines E-Autos

Michael Lermer, Absolvent der OTH Regensburg, wurde für seine Masterarbeit in Ingenieurwissenschaften geehrt. Darin beschäftigte er sich mit der Kühlertechnologie in der Batterie eines Elektroautos. Lermer verglich drei unterschiedliche Wasserkühler mit Hilfe von analytischen Berechnungen und Simulationen und überprüfte die Ergebnisse mit umfangreichen Messungen.

Die Regensburger Künstlerin Regina Hellwig-Schmid freute sich über den in der Kategorie Kunst mit 5000 Euro dotierten Kulturpreis. Laudatorin Emilia Müller, ehemalige bayerische Sozialministerin, sagte über Hellwig-Schmid, sie analysiere Veränderungen in der Gesellschaft wie ein Seismograph. Als Initiatorin des bekannten Festivals Donumenta habe sie ein riesiges Netzwerk von Kulturschaffenden im gesamten Donauraum geschaffen. Hellwig-Schmid zeigte sich berührt und stolz über den Preis. „Ich will mit Kunst auf meine Weise auf Themen aufmerksam machen, will die Betrachter herausfordern, sich selbst Gedanken zu machen“, sagte sie. Mit dem Preisgeld wolle sie eine Stiftung gründen, die Künstler unterstützt, die jenseits öffentlicher Förderung stehen.

In der Kategorie Kunst wurden außerdem die aus Sulzbach-Rosenberg stammende Opernsängerin Christa Mayer, die Schriftstellerin Michaela Karl, die Künstlerin Carolina Camilla Kreusch sowie der Schauspieler und Regisseur Arnd Rühlmann geehrt. Den Sonderpreis des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst erhielt die Dirigentin, Pianistin und Nürnberger Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz.

Erstmals live im Internet

Den Kulturpreis Bayern verleiht das Bayernwerk zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Zum ersten Mal war die Preisverleihung live im Internet übertragen worden. Ohne Publikum ging die Veranstaltung in einem Fernsehstudio über die Bühne. „In diesen schwierigen Zeiten merken wir besonders, wie wertvoll, unverzichtbar und unterstützenswert Kultur und Wissenschaft in all ihren Facetten sind“, sagte Reimund Gotzel, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG. „Der Kulturpreis Bayern ist ein Dank an die Menschen, die unsere Gesellschaft mit ihrer Arbeit in Kunst, Kultur und Wissenschaft so reich beschenken.“

Ingenieur Johannes Wombacher aus Amberg gehörte zu den Gewinnern des Kulturpreises.
Der Regensburger Rechtswissenschaftler Stefan Drechsler wurde für seine Dissertation geehrt.
Michael Lermer von der OTH Regensburg bekam die Auszeichnung für seine Masterarbeit in Ingenieurwissenschaften.
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