23.07.2020 - 16:31 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Klage zurückgezogen Marodes „Kurhotel“ bleibt geschlossen

Der Betreiber bewarb ein "Kurhotel", die Gäste riefen nach ihrem Aufenthalt nach dem Gesundheitsamt. Nach langem Streit steht nun fest, das Haus im Bayerischen Wald bleibt geschlossen.

Das Gericht musste nicht entscheiden, die Kläger zogen ihre Klage beim Verwaltungsgericht Regensburg zurück
von Autor AHSProfil

Nach langem Streit hat sich am Donnerstag beim Verwaltungsgericht Regensburg eine Betriebsuntersagung und damit das Aus für ein Hotel im Landkreis Freyung-Grafenau bestätigt. Das Landratsamt und der Hotelbetreiber hatten sich seit Jahren gestritten, nun hat der Betreiber die Klage gegen die Anordnung zurückgenommen, die Gewerbeuntersagung ist damit rechtskräftig. Auch die eigens gegründete Betreibergesellschaft samt Immobilien GmbH sind betroffen.

Das von den Eigentümern als "Kurhotel" bezeichnete Haus hatte sich zuletzt in jämmerlichem Zustand gezeigt. Das belegen 68 von enttäuschten Gästen im Internet veröffentlichte Fotos. Auch die Beiträge im Bewertungsportal "HolidayCheck" sprechen eine deutliche Sprache: "So etwas, haben wir das erste Mal erlebt. Schmutz und Dreck überall. Muffiger Geruch im ganzen Haus", schreibt ein Gast in seinem Beitrag. Weiter zählt der Kunde einen dreckigen Frühstücksraum, in dem ein liebloses Frühstück in einer länger nicht geputzten Vitrine angeboten wurde. "Wo bleibt hier das Gesundheitsamt???", heißt es in dem Kommentar. "Das Bad konnte man nur betreten, weil wir den Boden mit den vorgefundenen Handtüchern abdeckten und uns zum abtrocknen Handtücher kauften. Man könnte die Mängelliste unendlich weiterschreiben." Auch andere Beiträge urteilen ähnlich hart über das Haus.

Tatsächlich wurde bald das Gesundheitsamt aktiv. Weil dessen Auflagen nicht erfüllt wurden, kam es zur Gewerbeuntersagung. Seitdem ist das Haus geschlossen. Der Hotelier reagierte nicht mit einer Putzaktion - sondern mit der Gründung einer Betriebsgesellschaft für die er einen Unbekannten als Geschäftsführer einsetzte.

Das Landratsamt ließ sich dadurch nicht umstimmen. Weil der bisherige Betreiber alleiniger Gesellschafter war und sein Geschäftsführer ihm gegenüber weisungsgebunden ist, wurde die Gewerbeuntersagung auch gegen die Betreibergesellschaft ausgesprochen. Seit 2018 liegt die Klage gegen diesen Schritt beim Verwaltungsgericht Regensburg.

Nachdem das Gericht signalisiert hatte, dass es für den Hotelier kaum Aussicht auf Erfolg gibt, bestanden die Kläger dennoch auf einer mündlicher Verhandlung. Am Donnerstag teilte der Kläger kurz vor Verhandlungsbeginn dann überraschend mit, die Klage nun doch zurückzunehmen. Das Hotel bleibt zu.

Weitere Entscheidung beim Verwaltungsgericht

Regensburg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.