07.10.2020 - 18:27 Uhr
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Falsche Liebe: Betrüger-Pärchen prellt Landwirt um fast 480.000 Euro

Ein 46-jähriger Landwirt aus dem Bayerischen Wald ist von einem betrügerischen Paar um fast eine halbe Million Euro geprellt worden. Das Pärchen muss sich nun vor Gericht verantworten.

Symbolbild
von Autor AHSProfil

Die Liebesepisode eines Landwirts aus dem Bayerischen Wald klingt wie ein Schwank aus dem bäuerlichen Milieu. Am Ende verlor er knapp eine halbe Million Euro. Annähernd drei Jahre ermittelte die Kripo. Seit Montag müssen sich eine 36-jährige Küchenhilfe und ein 42 Jahre alter Forstwirt vor der 8. Strafkammer des Landgerichts Regensburg unter Vorsitz von Richter Oliver Wagner wegen Betrugs in Mittäterschaft in 17 Fällen verantworten.

Den Angaben des Geschädigten gegenüber der Polizei und als Zeuge vor dem Landgericht zufolge lernte er die Küchenhilfe 2016 über das Internet kennen. Sie stellte sich ihm als Pferdewirtin vor. Aus gelegentlichen Treffs wurde eine Beziehung. Schon früh bat sie ihm, ihr Geld zu leihen, da sie für die Schulden ihres Ex-Ehemannes aufkommen müsse. Nach und nach gab er ihr insgesamt 30 000 Euro. Doch er hatte nicht mit dem Einfallsreichtum seiner Angebeteten gerechnet. Sie erfand immer neue Geschichten, um an sein Geld zu kommen.

Beichte unter Tränen

Nachdem sie bei ihm eingezogen war, hatte sie ihm unter Tränen gebeichtet, dass gegen sie ein Ermittlungsverfahren wegen verbotener Prostitution läuft. Sie müsse eine Bar-Sicherheitsleistung von 60 000 Euro leisten, um nicht ins Gefängnis zu kommen. In dieser Zeit stellte sie ihm auch den 42-jährigen Mitangeklagten vor, da dieser ihm beim Holzrücken behilflich sein sollte. Doch plötzlich sei ihm im Wald sein Traktor nebst Seilwinde gestohlen worden. Um die Zeit bis die Versicherung zahlt, gab ihr der Angeklagte 24 000 Euro und kaufte für ihn einen Traktor für 27 000 Euro, den dieser an einen Händler sofort für 20 000 Euro weiterveräußerte, ohne das Geld abzuliefern.

Der Geschädigte war längst nicht mehr flüssig, hatte den Bausparvertrag seines Vaters aufgelöst und seine Geschwister angepumpt. Als die Quelle zu versiegen drohte, erzählten ihm die beiden, dass sie einen Kredit über 1,2 Millionen Euro beantragt haben, um auch ihre Schulden bei ihm zahlen zu können. Die Sache habe nur einen Haken: Sie müssen nur noch 275 000 Euro bei der Bank hinterlegen, um an das Geld zu kommen.

Grundstück verkauft

Dabei bedrängten sie ihn, ein Grundstück zu verkaufen und ihnen das Geld vorzustrecken. Der Geschädigte glaubte ihnen auch dieses Märchen. Sein Hof habe vor dieser Episode einen Verkehrswert von rund 1,4 Millionen Euro gehabt, dem Schulden in Höhe von 360 000 Euro gegenüber standen.

Der einschlägig vorbestrafte 42-jährige Forstwirt, der zurzeit eine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Straubing verbüßt, ließ über seine Verteidigerin Dagmar Schmidt erklären, dass er zumindest derzeit nicht aussagen werde. Der Prozess dauert an.

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