17.08.2020 - 18:48 Uhr
Deutschland & Welt

Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor Betrugsmasche "Autobahngold"

Die Täter winken Autofahrer auf den Standstreifen hinaus und bitten um Geld. Im Gegenzug bieten sie Pfand in Form von wertlosem Goldschmuck an.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor der Betrugsmasche "Autobahngold".
von Susanne Forster Kontakt Profil

Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor einer Betrugsmasche, die sie als "Autobahngold" bezeichnen und beschreibt einen Fall von Ende Juli: Ein Paar sei auf der Autobahn im deutsch-tschechischen Grenzraum von einem Fahrer einer schwarzen Limousine mit deutscher Zulassung durch Lichthupe und Gesten zum Anhalten auf dem Standstreifen bewegt worden. Der Fahrer der Limousine habe angegeben, dass seine Bankkarte beschädigt und der Tank leer sei. Er habe das Paar um Benzingeld gebeten, angegeben, dass er Geschäftsmann sei und er das Geld zurückzahlen werde. Als Pfand habe er seinen Goldschmuck hinterlassen. Laut Polizei hat der Täter von dem Paar einen dreistelligen Geldbetrag erhalten.

Goldschmuck war wertlos

Bei dem Paar seien Zweifel aufgekommen und sie hätten sich an die Polizei gewandt. Es habe sich herausgestellt, "dass sämtliche hinterlassene Personalien und Erreichbarkeiten des Hilfesuchenden falsch oder nicht existent sind". Bei dem Gold habe es sich um eine wertlose Fälschung gehandelt. Dieses Ereignis stellt laut Polizeipräsidium keinen Einzelfall dar. Reisende würden auf Parkplätzen angesprochen oder zum Anhalten auf dem Standstreifen bewegt. Es werde Druck aufgebaut, um Opfer zur Zahlung zu bewegen, schreibt die Polizei. Auch weinende Kinder würden von Tätergruppen eingesetzt. Opfern werde die Rückzahlung zugesichert und ein Pfand in Form von "Gold" hinterlassen. Dabei handele es sich laut Polizei meist um nahezu wertlose Imitate. Auch Plagiate von neusten Handymodellen seien schon als Pfand ausgehändigt worden.

Die Polizei rät:

  • Falls jemand durch Lichthupe oder ähnliches zum Anhalten animieren will, nicht darauf einlassen, gegebenenfalls die Polizei verständigen.
  • Wenn auf Parkplätzen um Hilfe gebeten wird, skeptisch bleiben. Anbieten, den Pannendienst anzurufen oder Angehörige/Freunde zu verständigen.
  • Nicht auf einen dubiosen Tausch oder Pfandleihe einlassen.
  • Einen Vorfall der Polizei melden. Personen und Autokennzeichen merken. Gegebenenfalls ein Foto der Personen und des Fahrzeugs anfertigen.

Eine Frau hat in einer Weidener Konditorei statt zu bezahlen einen geklauten Führerschein als Pfand hinterlassen

Weiden in der Oberpfalz
Ein Bild zu "Autobahngold" vom Polizeipräsidium Oberpfalz.
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