07.07.2020 - 18:58 Uhr
NabburgDeutschland & Welt

Kulturpreise des Bezirks Oberpfalz festgelegt

Der Bezirk zeichnet Glaskünstler Bernhard Dagner aus Krummennaab aus. Weitere Preise gibt es für eine Tänzerin, einen Friedhof und ein Handwerkerhaus.

Der Glaskünstler Bernhard Dagner aus Krummennaab erhält den Kulturpreis des Bezirks.
von Helmut KunzProfil

Der Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz 2020 im Bereich Glaskunst geht an Bernhard Dagner aus Krummennaab (Kreis Tirschenreuth). Der Kulturausschuss folgte am Dienstag bei seiner Sitzung im Freilandmuseum Neusath einstimmig dem Vorschlag der Jury. Den Kulturpreis in der Kategorie Tanz erhält die Regensburgerin Julia Leidhold. Der Rosenfriedhof Dietkirchen in der Gemeinde Pilsach (Kreis Neumarkt) wird mit dem Friedhofskulturpreis ausgezeichnet. Die Preise sind mit jeweils 3500 Euro dotiert. Der Denkmalpreis in Höhe von 5000 Euro geht an das Bürger- und Handwerkerhaus der Familie Eichinger in Pfreimd.

"Seine tiefe Verbindung zur Oberpfälzer Heimat und insbesondere sein beeindruckendes künstlerisches Schaffen, das geprägt ist von einer beharrlichen Konzentration und Kombinationsgabe, machen ihn zu einem würdigen Kulturpreisträger", begründete Bezirksheimatpfleger Tobias Appl die Wahl von Dagner.

Einzigartige Farbkombinationen

Der 1961 in Windischeschenbach geborene Künstler lebt in Krummennaab, wo er auch sein Atelier in der von ihm sanierten denkmalgeschützten Mannl-Villa unterhält. Nach dem Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg widmete sich Dagner der gläsernen Vergangenheit seiner Heimat. Er legt Flachglas aus der Glashütte Lamberts in Waldsassen so übereinander, dass sich mittels geometrischer Formen einzigartige Farbkombinationen ergeben.

Die 38-jährige Julia Leidhold lebt und tanzt seit mehr als 15 Jahren in der Oberpfalz. Sie studierte in Dresden Bühnentanz, den sie im Diplomstudiengang 2000 mit Note "sehr gut" abschloss. Sie arbeitet im Ballett Regensburg. Daneben ist sie freischaffende Tänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin. 2013 hat sie ein Lehramtsstudium für Mittelschulen aufgenommen.

Sie übe ihre Kunst auf sehr hohem und professionellem Niveau aus, huldigte die Jury. "In ihren Solotanzperformances erzählt sie immer kreative Geschichten, schlüpft in selbstentworfene Charaktere und schafft dabei eine neue, ganz einzigartige Erzählstimmung." Bekannt seien auch ihre Tanz-Kostüm-Performances.

Eine Ausstellung von Bernhard Dagner

Amberg

Rote Rosen und Tulpen

Der Rosenfriedhof Dietkirchen gehe zurück auf eine Idee des damaligen Pfarrers Johannes Baptist Weis. Dieser regte 1933 an, beim neuen Friedhofsteil auf steinerne Grabsteine und Grabplatten sowie auf Holzkreuze grundsätzlich zu verzichten. Die Gräber sollten fortan nur mehr aus jeweils einem handgeschmiedeten Eisenkreuz und aus Natursteinen als Grabbegrenzung bestehen. Für ihn war es wichtig, dass im Tod und vor Gott alle Menschen gleich seien. Als Bepflanzung legte er rote Rosen und Tulpen fest. Die Kreuze, zum Teil noch aus der Barock- und Rokokozeit, stammen zu drei Vierteln aus der Oberpfalz.

Christian Eichinger hat das Bürger- und Handwerkerhaus auf dem Pfreimder Marktplatz 1991 von seiner Stiefgroßmutter geerbt. Schon damals wollte er das denkmalgeschützte Haus, in dem er aufgewachsen ist, sanieren. Das erfolgte schließlich zwischen 2010 und 2018. Die Familie brachte sich mit über 11 000 Stunden Eigenleistungen in das Projekt ein. Von Anfang an habe Eichinger die interessierte Bevölkerung am Baufortgang teilhaben lassen. Die Denkmalbegeisterung zeige sich in einer liebevoll zusammengestellten Dokumentation der Sanierung, so die Jury.

Den Denkmalpreis bekommt Christian Eichinger, der das Bürger- und Handwerkerhaus auf dem Pfreimder Marktplatz sanierte.
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