29.09.2021 - 15:19 Uhr
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Mordversuch an dementen Seniorinnen? Pflegerin vor Gericht

Eine Ausgabe des Strafgesetzbuchs und der Strafprozessordnung stehen in einem Gerichtssaal. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
von Agentur DPAProfil

Würzburg (dpa/lby) - Eine Altenpflegerin soll zwei dementen Seniorinnen falsche Arzneimittel gegeben und sie so in Lebensgefahr gebracht haben, nun muss sie sich wegen Mordversuchs vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Beim Prozessauftakt am Mittwoch entschuldigte die 49-Jährige sich unter Tränen bei Angehörigen der Opfer: „Ich weiß, dass ich das nicht wieder gutmachen kann. Es tut mir von Herzen leid.“ Die Version der Angeklagten: Sie habe den beiden Frauen helfen wollen.

Die Pflegerin soll laut der Anklage im November 2020 in einem Seniorenheim in Volkach (Landkreis Kitzingen) den 81 und 85 Jahre alten Frauen Insulin verabreicht haben, obwohl sie gar nicht berechtigt war, Medikamente oder Spritzen zu geben. Die beiden Seniorinnen waren daraufhin stark im Unterzucker. Sie kamen in lebensgefährlichem Zustand ins Krankenhaus, wurden aber nach wenigen Tagen wieder entlassen.

Die Altenpflegerin, die gesundheitlich angeschlagen vor Gericht erschien, verteidigt sich damit, sie habe den beiden Frauen helfen wollen: Die Gabe der falschen Medikamente soll den Zweck gehabt haben, dass ein Arzt die Frauen behandeln würde. Das hatte sie bereits der Polizei gesagt, nachdem sie sich kurz nach der Tat selbst gestellt hatte. Am Mittwoch sagte ihr Verteidiger, sie bleibe bei diesen Aussagen. Der Vorfall sei in einer „akuten Überlastungssituation“ der Angeklagten passiert. Zu Einzelheiten zur Tat äußerte sich der Verteidiger nicht. Es sind drei weitere Verhandlungstage geplant.

© dpa-infocom, dpa:210929-99-414200/2

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