02.07.2021 - 17:21 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zu Baerbocks Buch: Viel Lärm um fast nichts

Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, sorgt wieder für Schlagzeilen. Schuld daran ist sie schon selbst, aber ein Skandal ist das noch lange nicht. Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, in einer Sitzung des Deutschen Bundestags.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil
Kommentar

In Wahlkampfzeiten bringen Skandälchen wie das um das unsauber zusammengestopselte Buch der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock die Medien in die Zwickmühle: Ignoriert man die ganze Sache weitgehend, setzt man sich dem Vorwurf aus, aus Parteilichkeit grünes Gras über die Sache wachsen zu lassen. Greift man das Thema allerdings auf, macht man sich zum Teil der "Schmutzkampagne" gegen Baerbock, die einige Grüne ausgemacht haben wollen.

Die Wahrheit liegt, wie so oft, mitten zwischen den Extremen: Dass Passagen ihres PR-Buchs nicht auf ihrem eigenen Mist gewachsen sind, ist keine Nichtigkeit. Wie schon bei ihrem frisierten Lebenslauf waren die Kandidatin und ihr Beraterteam offenbar so leichtsinnig zu glauben, dass im Vorfeld der Bundestagswahl nicht jede Zeile forensisch analysiert werden würde. Wer sich auf die politische Bühne stellt und Anspruch auf das Kanzleramt erhebt, muss aber genau damit rechnen und deshalb extra sauber arbeiten. Ein Skandal ist die Sache deshalb noch lange nicht.

Die Causa Baerbock wirft allerdings die Frage auf, ob denn wirklich jede Politikerin und jeder Politiker vor Wahlen unbedingt ein Buch herausbringen muss. Gegen Memoiren am Ende einer Laufbahn ist ja nichts einzuwenden - da hat man im Lauf der Jahre wenigstens genügend eigene Gedanken gesammelt, um die Seiten zu füllen.

Annalena Baerbock verteidigt sich gegen Vorwürfe

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