23.12.2019 - 17:14 Uhr
KemnathDeutschland & Welt

Falscher Arzt in Kemnath beschäftigt die Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft Weiden prüft, ob ein Hochstapler, der seine Approbation gefälscht und im Kemnather Krankenhaus gearbeitet hatte, Patienten, die im Nachhinein gestorben sind, falsch behandelt hat.

Im Krankenhaus in Kemnath hat sich ein Hochstapler als Arzt ausgegeben und Patienten behandelt.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Im März und im April 2018 arbeitete ein zu diesem Zeitpunkt 36-Jähriger im Kemnather Krankenhaus als Assistenzarzt. Rund 200 Patienten behandelte er währenddessen. Er erledigte seine Aufgaben unauffällig. Dann kam heraus: Der Mann ist überhaupt kein Arzt. Er ist ein Hochstapler und hat seine Approbation gefälscht.

Zudem wird klar, dass sich der Libyer nicht das erste Mal als Arzt ausgegeben hat. Er hat sich nicht nur in Kemnath, sondern auch in Kassel und in einer Klinik in Hessen mit gefälschten Dokumenten eine Anstellung als Mediziner erschlichen. In Libyen hatte der Mann zwar eine medizinische Ausbildung gemacht. Bei einer Kenntnisprüfung in Deutschland war er aber durchgefallen.

In Kassel wird der Betrüger im Juli 2019 zu fünf Jahren Haft und einer Rückzahlung von 22 000 Euro, die er in seiner Zeit als vermeintlicher Mediziner verdient hat, verurteilt. Laut Leitendem Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer zielt das Urteil in Kassel jedoch hauptsächlich auf Betrug und somit auf einen "finanziellen Aspekt" ab.

In Kemnath haben von dem Mann behandelte Patienten Strafanträge wegen Körperverletzung gestellt. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft zudem Unterlagen von Patienten, die im Nachhinein gestorben sind. Zwar gebe es "bis jetzt keine konkreten Anhaltspunkte" für eine Fehlbehandlung, noch liegen aber nicht alle Gutachten vor. Die Aufarbeitung wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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