05.08.2021 - 08:19 Uhr
Deutschland & Welt

Kampf um Werksschließungen: Adidas hebt Prognose

Die Sportartikelbranche kämpft weiter mit den Folgen von Corona - jedoch weitgehend erfolgreich. Nach Puma hebt auch Adidas seine Prognose. Für die Problem-Tochter Reebok soll es bald eine Lösung geben.

Das Logo von Adidas ist zu sehen. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild
von Agentur DPAProfil

Herzogenaurach (dpa) - Der fränkische Sportartikelhersteller Adidas leidet unter erheblichen Einschränkungen bei der Produktion von Sportschuhen in Vietnam. Die Produktionsstätten in dem asiatischen Land seien von der Regierung aus Sorge vor der Ausbreitung der Corona-Pandemie geschlossen worden, sagte Adidas-Vorstandschef Kaspar Rorsted am Donnerstag in Herzogenaurach. Die Schließung treffe nicht nur Adidas, sondern die gesamte Branche. Zusammen mit anderen Einschränkungen, Lieferengpässen und politischen Problemen in aller Welt bezifferte Finanzvorstand Harm Ohlmeyer die erwarteten Umsatzausfälle für Adidas auf rund 500 Millionen Euro.

Trotzdem hat Adidas seine Prognose für das Gesamtjahr 2021 erhöht. Der Umsatz soll währungsbereinigt um bis zu 20 Prozent steigen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Herzogenaurach mitteilte. Bislang hatte Adidas einen Anstieg im hohen Zehner-Prozentbereich in Aussicht gestellt. Auch der Gewinn im fortgeführten Geschäft soll etwas höher ausfallen als geplant: Hier geht das Unternehmen von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro aus, nach zuvor erwarteten 1,25 bis 1,45 Milliarden Euro.

Im zweiten Quartal erzielte Adidas ein starkes Wachstum im Vergleich zum pandemiebedingt schwachen Vorjahr. So nahm der Umsatz um etwas mehr als 50 Prozent auf rund 5,1 Milliarden Euro zu. Alle Regionen konnten dabei zulegen - mit Ausnahme von China. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft betrug im zweiten Quartal bei Adidas 387 Millionen Euro, nach einem Verlust von 243 Millionen Euro im Vorjahr. Analysten hatten mit weniger gerechnet.

Der wichtige Markt China verzeichnete im zweiten Quartal einen währungsbereinigten Rückgang von 16 Prozent. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Adidas wie auch andere westliche Hersteller auf die Verwendung chinesischer Baumwolle aus der Region Xinjiang verzichtet, aus der es Berichte über Menschenrechtsverletzungen gegen die Minderheit der Uiguren gibt. Daraufhin hatte China einen Teil der Produkte boykottiert. China bleibe aber für Adidas ein extrem wichtiger Markt, sagte Rorsted. Das Land gilt als der am schnellsten wachsende Markt für Sportartikel weltweit.

Anhalten werde auch nach Abklingen der Corona-Pandemie der Megatrend zur Freizeitkleidung. Davon profitiere die Sportartikelbranche, sagte Rorsted. Einen Verlust von Marktanteilen sieht Rorsted für Adidas nicht. Dass der Lokalrivale Puma im zweiten Quartal schneller gewachsen sei, sei möglicherweise auf eine Reihe von Sondereinflüssen in turbulenter Zeit zurückzuführen.

Der Verkauf der Marke Reebok soll bis Ende des Sommers abgeschlossen werden, sagte Ohlmeyer. Es gebe reges Interesse an der US-Marke, die Adidas vor 15 Jahren übernommen hatte. Der damalige Adidas-Chef und heutige Bayern-München-Präsident Herbert Hainer hatte damals 3,1 Milliarden Euro bezahlt. Der Kaufpreis dürfte jetzt deutlich darunter liegen.

© dpa-infocom, dpa:210805-99-718691/4

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