05.07.2021 - 14:23 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Jugendherbergen öffnen wieder ihre Pforten

Bayerns Jugendherbergen haben die vergangenen Lockdowns hart getroffen. Jetzt kehrt dort das Leben zurück. Auch bayerische Schulklassen dürfen dort wieder übernachten.

Die Jugendherberge Burg Trausnitz soll laut Homepage des Deutschen Jugendherbergswerks wieder ab 7. Juli geöffnet sein.
von Jürgen UmlauftProfil

Von Jürgen Umlauft

Nach den coronabedingten Einschränkungen laufen im Service- und Buchungszentrum des bayerischen Jugendherbergswerks in München seit der Lockerung der Kontaktbeschränkungen Anfang Juni die Telefone wieder heiß. Man bekomme täglich Buchungsanfragen aus ganz Deutschland, zuletzt auch wieder verstärkt aus Bayern, heißt es dort. Gerade die besonders beliebten Jugendherbergen in Oberbayern und im Allgäu seien in den kommenden Monaten für Gruppenreisen fast vollständig ausgebucht. Gebracht habe den Schub vor allem die Regelung, dass in Regionen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz unter 50 wieder bis zu zehn Personen aus verschiedenen Haushalten in einem Zimmer untergebracht werden dürfen.

Noch vor wenigen Wochen hatte der Präsident des bayerischen Jugendherbergswerks, Klaus Umbach, in einer Mitteilung die "zögerliche Haltung" des Kultusministeriums in Bayern beklagt. Zwar hatte der Ministerrat schon Ende Mai das generelle Verbot für mehrtägige Klassenfahrten aufgehoben, das Ministerium aber riet auf seiner Homepage "aufgrund der nach wie vor dynamischen Pandemielage" weiter von der Durchführung ab. Seit dieser Woche steht dort nun ein Kriterienkatalog, an den sich Schulen und Lehrkräfte bei der Planung und Buchung orientieren sollen. In anderen Bundesländern erfolgte diese Freigabe schon früher.

Nach den derzeit geltenden Richtlinien müssen bei der Planung Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und Schüler einbezogen werden. Die Teilnahme an einer Klassenfahrt ist freiwillig. Bei der Durchführung muss sichergestellt sein, dass der Infektionsschutz während der gesamten Fahrt gewährleistet ist. Umbach erklärte zu diesem Thema schon vor Wochen, in den bayerischen Jugendherbergen würden "umfassende und bewährte Hygienekonzepte und der sorgsame Umgang der Mitarbeiter und -innen mit den Gästen für maximale Sicherheit in den Häusern sorgen". Das Kultusministerium weist aber auch darauf hin, dass Stornokosten für Klassenfahrten vom Freistaat nicht mehr übernommen werden. Darauf habe, so Umbach, das Jugendherbergswerk mit Sonderregelungen im Stornofall reagiert, "damit die Organisatoren von Klassenfahrten von solchen Sorgen befreit sind". Bis 14 Tage vor Anreise fallen demnach heuer keine Stornogebühren an.

Wie es im kommenden Schuljahr weitergehen wird mit Klassenfahrten, ist laut Kultusministerium noch offen. Vor dem Hintergrund der "unsteten Pandemielage" könnten dazu derzeit noch keine Aussagen gemacht werden. Das Kultusministerium habe aber die Belange der Jugendherbergen im Blick und schätze deren pädagogisch hochwertige Angebote. Umbach fordert von der Politik dagegen verlässliche Perspektiven. Vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl an Impfungen sei die Fokussierung auf Inzidenzwerte bei der Zulassung von Klassenfahrten aus seiner Sicht unangebracht. "Wir können unseren Kindern keinen weiteren Lockdown und das Aussetzen von Bildung und Begegnung zumuten", mahnte Umbach.

So manche Jugendherberge weiter in der Zwangspause

Falkenberg

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.