29.01.2021 - 15:55 Uhr
GrafenwöhrDeutschland & Welt

Pilotprojekt in Grafenwöhr: US-Armee hebt Uniformverbot auf

Soldaten der US-Armee dürfen ab Mitte Februar ihre Uniform auch außerhalb des Truppenübungsplatzes wieder tragen. Diese neue Regelung sollte vor allem Gasthäuser und den Einzelhandel in und um Grafenwöhr freuen.

Brigadegeneral Christopher R. Norrie überreicht Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch (links) eine Nachbildung des Tors zum Truppenübungsplatz um die Verbundenheit der US-Armee zur Kommune zu verdeutlichen.
von Mareike Schwab Kontakt Profil

Ab 15. Februar startet in Grafenwöhr ein Pilotprojekt, welches Soldaten der US-Armee wieder erlaubt, ihre Dienstuniformen außerhalb militärischer Einrichtungen zu tragen. Die Aufhebung des Uniformverbots gaben am Freitag Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch und das siebte Ausbildungskommando der US-Armee, vertreten durch Brigadegeneral Christopher R. Norrie, bei einem Pressetermin bekannt.

Soldaten wird so wieder ermöglicht, auf der Fahrt zum oder vom Truppenübungsplatz in Dienstuniform kurze Zwischenstopps bei Supermärkten oder zum Tanken zu machen. Auch während ihrer Dienstzeit, beispielsweise in der Mittagspause, dürfen sie in Uniform außerhalb der militärischen Einrichtung Besorgungen tätigen. Das war jahrelang nicht gestattet. Gemäß den Bestimmungen der US-Armee ist das Tragen von Uniformen aber nicht in Einrichtungen wie Bars oder Nachtclubs gestattet und auch der Konsum von Alkohol in Uniform bleibt verboten. „Unsere Soldaten sind zu jeder Zeit Botschafter der USA und der US-Armee. Sie werden diese Änderung begrüßen und gleichzeitig diszipliniert an ihren Beschränkungen festhalten “, sagt Brigadegeneral Christopher Norrie. Er betont, dass diese Regelung die Lebensqualität der Soldaten und deren Beziehung zu den Einheimischen enorm verbessern wird.

Sechsmonatige Testphase nur in Bayern

Zunächst wird die Regelung nur für US-Soldaten in Bayern gelten. Da diese Änderung recht kurzfristig bekannt gegeben wurde, wird es eine sechsmonatige Testphase geben. So haben lokale Gemeinden und die US-Armee genug Zeit sich an die Änderungen zu gewöhnen. "Diese Aufhebung ist für uns sehr bedeutend", sagt Bürgermeister Edgar Knobloch. "In Grafenwöhr ist es nur ein Katzensprung vom Tor der Kaserne bis zu den Lokalen in der Stadt."

Seit Einführung des Uniformverbots klagten immer wieder Bäcker, Metzger, Gastwirte und alle anderen die auf Laufkundschaft angewiesen sind über Umsatzeinbußen. Seit über sechs Jahren setzte sich der Bürgermeister deshalb für eine Aufhebung des Verbots ein. Denn die Soldaten wollen sich laut Knobloch in der Mittagspause verständlicherweise nicht extra umziehen. Umso mehr begrüße er diese Aufhebung auch aus wirtschaftlicher Sicht für die Region. Diese Aufhebung sei ein besonderes Zeichen der Wertschätzung und zeige die gute Beziehung zwischen Grafenwöhr und der US-Armee. „Wir haben starke und dauerhafte Beziehungen in den Gemeinden rund um den Truppenübungsplatz aufgebaut.", betont auch Norrie.

"Ein gutes Zeichen für die Zukunft"

Die US-Armee unterliegt deutschen und bayerischen Gesetzen, Verordnungen und Beschränkungen. Die Regelung wird demnach erst richtig genutzt werden, wenn Bayern die Corona-Maßnahmen lockert. "Obwohl in Zeiten der Corona-Pandemie diese Regelung den Gastwirten und dem Einzelhandel in der Region erst mal wenig nutzt, ist dieser Entschluss auch ein gutes Zeichen für die Zukunft", sagt Edgar Knobloch.

Mit Blick auf den eventuellen Truppenabzug der US-Armee aus Grafenwöhr zeigt sich der Bürgermeister ebenfalls zuversichtlich: "Auch wenn das kein klares Zeichen gegen einen Truppenabzug ist, kann man schon sagen, dass jetzt fachliche Entscheidungen auch wieder eine Rolle spielen. Das lässt mich hoffen." Der Brigadegeneral Norrie kann sich zu diesem Thema zwar nicht äußern, er betont aber: "Wir sind so verbunden mit den Gemeinden und unseren Partnern hier. Wir sind stolz darauf, Grafenwöhr als unser vorübergehendes Zuhause zu bezeichnen und ein Teil der bayerischen Gemeinschaft zu sein.“

Die Bilder des Jahres 2020 der US-Armee

Grafenwöhr

Vorübergehend liegt der Kosovo mitten in der Oberpfalz

Hohenfels
Info:

Hintergrund

Aus Sicherheitsgründen beschlossen US-Streitkräfte 2014, ihren Soldaten in Europa – und damit auch in Deutschland – das Tragen der Uniform in der Öffentlichkeit zu untersagen. Hintergrund waren Terrordrohungen der islamistischen ISIS-Milizen mit Anschlägen auf Ziele in Europa.

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