21.10.2020 - 18:23 Uhr
GrafenwöhrDeutschland & Welt

Wo ist der Grafenwöhrer Wolf?

Das LfU hat für das Jahr 2020 bisher keine Nachweise zum männlichen Wolf in Grafenwöhr. Der Verbleib des Tieres gibt Rätsel auf. Ebenfalls weg ist der Oberpfälzer Wolfsbeauftragte Markus Martini, das war jedoch so geplant.

Am 5. September 2016 tapste der Wolf in Grafenwöhr vor eine Kamera. Damit war seine Anwesenheit bestätigt.
von Eva-Maria Hinterberger Kontakt Profil

Er war der erste Wolf seit 120 Jahren in der Oberpfalz. Nun ist er wohl weg. Das Landesamt für Umwelt (LfU) führt derzeit auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr offiziell kein Wolfspaar mehr. Laut Homepage des LfU ist der Rüde, der dort erstmal im September 2016 vor eine Kamera getapst ist, im Jahresverlauf 2020 nicht mehr nachweisbar. Ist er weitergezogen? Ist er tot? "Der Verbleib des männlichen Tieres ist bisher ungeklärt", heißt es auf Nachfrage von einem Sprecher des LfU. Eine Möglichkeit sei aber auch, dass sich das Tier noch im Revier aufhalte, nur eben nicht erfasst worden sei. Der weibliche Wolf hingegen hat Spuren hinterlassen. Die beiden Tiere in Grafenwöhr bildeten das erste standorttreue Paar in der Oberpfalz. Nachwuchs gab es dort bisher jedoch keinen.

Interaktive Karte: Hier leben Wölfe

Wie es vom LfU weiter heißt, sei ist für das weibliche Tier, die Fähe, aber kein Problem als standorttreues Einzeltier in ihrem Territorium auf dem Truppenübungsplatz zu verbleiben. "Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass sie sich einen neuen Partner sucht", teilt der Sprecher weiter mit.

Das wäre nicht der erste solche Fall in der Region. So kam im September 2019 die Fähe des Wolfspaares aus dem Veldensteiner Forst bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Im Mai 2020 meldete das LfU dann den Nachweis einer Wölfin mit Gesäuge, im September 2020 dann den Fotonachweis von vier Jungwölfen.

Aber nicht nur bei den Wölfen selbst gibt es in der Oberpfalz Veränderungen. Auch beim Wolfsmanagement. So ist Markus Martini nicht mehr der Wolfbeauftragte für die Oberpfalz. "Herr Martini war bei uns im Rahmen des Projektes ’Kommunikation Wolf in Ostbayern‘ beschäftigt. Das Projekt mit einer Laufzeit von zwei Jahren endete planmäßig im September 2020", heißt es das zum Sprecher des LfU. Das Projekt war je durch eine halbe Projektstelle von der Regierung Niederbayern und der Regierung der Oberpfalz getragen. Nun sollen diese Aufgabe dort auch fortgeführt werden. "Die Regierung der Oberpfalz hat eine entsprechende Projektstelle ausgeschrieben", heißt es von Seiten des LfU weiter. Denn während der Projektarbeit und beim Austausch mit der Bevölkerung hat sich gezeigt, "dass der Bedarf an fachlicher Information, konkreten Ansprechpartnern und vertrauensbildenden Maßnahmen groß ist. Ein regelmäßiger, vertrauensvoller Austausch zwischen behördlichen Mitarbeitern und der Bevölkerung ist essentiell für die Akzeptanz Großer Beutegreifer in der Region."

Mehr zum Verkehrsunfall mit der Veldensteiner Wölfin

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