11.08.2020 - 14:47 Uhr
GrafenwöhrDeutschland & Welt

Corona-Infektion der US-Soldaten nicht in der Statistik

Infektion mit Covid-19 müssen gemeldet werden. Das schreibt das Infektionsschutzgesetz vor. Die Landkreise an den Truppenübungsplätzen gehen unterschiedlich mit den Zahlen der infizierten US-Soldaten um.

Hauptmann Juan Peters von den australischen Streitkräften gehört zur 101st Combat Aviation Brigade. Zusammen mit den Verband musste er in Grafenwöhr in Quarantäne, um das Einschleppen von Corona zu verhindern.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Corona ist nicht aus der Oberpfalz verschwunden. Auch unter US-Soldaten gibt es immer wieder Infektionen mit Covid-19, so wie in der ganzen Region. Diese unterliegen laut Nato-Truppenstatut einer Meldepflicht, der die US-Armee auch nachkommt. Allerdings fließen die Zahlen der infizierten US-Soldaten nicht in die Statistik des Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein. Der Grund: Die Gesundheitsämtern im Landkreis Amberg-Sulzbach und Neustadt/WN leiten diese Zahlen nicht weiter.

So teilte die Sprecherin der Landratsamtes Neustadt/WN auf Anfrage mit, dass das Gesundheitsamt Weiden/Neustadt in der Regel wöchentlich die Zahlen von der US-Armee zur Information erhalte, diese "fließen jedoch nicht in unsere Statistik bzw. die des LGL mit ein". Ebenso hält es der Kreis Amberg-Sulzbach. "Fälle von US-Soldaten und deren Angehörigen fließen nicht in die Meldestatistik des Gesundheitsamtes Amberg ein", teilte auch hier eine Sprecherin auf Anfrage mit. Sie verweist auf den "regelmäßigen informellen Austausch mit der US-Armee, speziell für den Standort Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach), bei dem unserer Gesundheitsamt über Zahlen von infizierten Soldaten informiert wird".

Dagegen unterscheidet das Gesundheitsamt im Kreis zwischen Soldaten die auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels üben und stationiert sind oder jenen die im Umfeld wohnen. In die Meldestatistik des Kreises würden Sars-CoV-2-infektion von US-Soldaten einfließen, die im Landkreis einen Wohnsitz haben, teilte das Landratsamt auf Anfrage mit.

Antworten zum geplanten US-Teilabzug

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Die US-Armee kümmert sich selbstständig um Fälle von Corona-Infektionen unter den US-Soldaten und deren Angehörigen. Dabei folgt sie den bayerischen Vorgaben und denen des US-Militärs. Dazu gehören unter anderem Quarantänemaßnahmen und Kontaktverfolgung. Im Falle von deutschen Kontaktpersonen, würde das Gesundheitsamt eingeschaltet, teilte das Landratsamt Neustadt/WN mit. Der Kommandeur der US-Garnison Bavaria, Oberst Christopher R. Danbeck, hat zuletzt Ende Juli in einem virtuellen Townhall die Soldaten auf die Regeln hingewiesen. Dazu gehört auch, dass nach einer Rückkehr aus den USA eine 14-tägige Quarantäne zu Hause einzuhalten ist. Dabei informierte der US-Offizier auch darüber, dass vor gut zwei Wochen das Kaufhaus in der US-Garnison Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) für kurze Zeit geschlossen worden war, um es zu desinfizieren. Ein positiv auf Corona getesteter Soldat hatte zuvor dort eingekauft. "Für den Zeitraum 25./26. Juli sind uns hier keine Fälle bekannt", teilte dazu das Landratsamt Neustadt/WN.

Bereits Ende März hatte das US-Verteidigungsminister bekannt gegeben, keine Fallzahlen für einzelne Standorte zu veröffentlichen. Zumindest die Oberpfälzer Behörden erfahren weiter über die Infektionen. Wie viele es sind, kann das Landesamt nicht sagen: "Nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) werden Informationen zur Staatsbürgerschaft und Zugehörigkeit zum Militär nicht übermittelt, sodass wir keine Auskunft über Sars-CoV-2 positiv getestete ausländische Bürger oder Militärangehörige geben können", teilte ein Sprecher mit.

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