25.06.2021 - 21:42 Uhr
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Drei Tote und fünf Verletzte bei Messerattacke in Würzburg

Freitagnachmittag, mitten in der Innenstadt von Würzburg: Ein Mann greift mit einem Messer mehrere Menschen an. Es gibt Tote und Verletzte. Vor knapp fünf Jahren geriet die Stadt am Main schon einmal wegen einer Attacke in den Schlagzeilen.

von Agentur DPAProfil

Bei einer Messerattacke in Würzburg sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur drei Menschen getötet und fünf Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten ist nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann auch ein kleiner Junge. Sein Vater sei wahrscheinlich getötet worden, sagte der CSU-Politiker am Freitag vor Ort in Würzburg.

Die Hintergründe der Attacke am Freitag mitten in der Innenstadt waren zunächst unklar. Ein Großteil des Gebietes wurde am Nachmittag abgeriegelt. Der mutmaßliche Täter, ein 24 Jahre alter Somalier, sei überwältigt und festgenommen worden, hieß es. Die Polizei habe dafür schießen müssen. Der Verdächtige sei verletzt worden, aber außer Lebensgefahr.

"Wir haben keinerlei Hinweise auf weitere Täter", sagte ein Polizeisprecher. Die Gefahr für die Bevölkerung sei vorüber. Über die möglichen Motive des Festgenommenen wurde zunächst nichts bekannt.

Verdächtiger aus Somalia

Bei dem mutmaßlichen Täter der Messerattacke von Würzburg handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 24 Jahre alten Mann aus Somalia. Er habe in Würzburg gelebt, sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend vor Ort.

Der Mann war bereits vor der Tat am Freitag bekannt. Das sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Abend in Würzburg. Der 24-Jährige ist aber nach Angaben der Ermittler nicht wegen Straftaten polizeibekannt, die "Richtung Islamismus bisher hindeuten". Das sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend in der Mainstadt. "Wir müssen natürliche alle Erkenntnisse zusammentragen, die es irgendwo gibt." Das werde einige Zeit dauern. Der Verdächtige habe bei den Ermittlern kurze Angaben gemacht. Der Somalier sei seit fünf Jahren im Land und in psychiatrischer Behandlung gewesen.

Schuchardt zeigte sich sehr betroffen über dieses "schreckliche Verbrechen". Zahlreiche couragierte Bürgerinnen und Bürger hätten sich dem Mann in den Weg gestellt und versucht, ihn zu stoppen. Er finde es unglaublich, dass diese Menschen so engagiert gehandelt und ihr eigenes Leben gefährdet hätten.

"Bitte teilt keine Bilder oder Videos"

Die Polizei rief zur Zurückhaltung in den sozialen Netzwerken auf. "Bitte teilt keine Bilder oder Videos", hieß es am Freitag in einem Tweet der Polizei. Sie forderte dazu auf: "Respektiert bitte die Privatsphäre der Opfer"» In den sozialen Netzwerken gab es bereits kurz nach dem Ereignis erste Videos, die angeblich das Geschehen zeigen sollen.

Innenminister ist auf dem Weg nach Würzburg

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ist nach der Messerattacke auf dem Weg nach Würzburg. Er werde sich am Tatort ein Bild der Lage machen, sagte ein Sprecher des CSU-Politikers am Freitagabend. Am Abend sollte sich Herrmann zudem zu dem Vorfall äußern.

Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete die Nachricht von Toten und Verletzten bei der Messerattacke als entsetzlich und schockierend. "Wir trauern mit den Opfern und ihren Familien", schrieb er auf Twitter und fügte hinzu: "Wir bangen und hoffen mit den Verletzten." Söder dankte der Polizei für ihr rasches Eingreifen.

Erinnerung an Axtangriff vor fünf Jahren

Vor knapp fünf Jahren, am 18. Juli 2016, waren bei einer Attacke in einer Bahn bei Würzburg vier Menschen schwer verletzt worden. Ein 17-jähriger afghanischer Flüchtling hatte mit einer Axt und einem Messer in einem Regionalzug auf dem Weg nach Würzburg die Reisenden angegriffen. Anschließend flüchtete er zu Fuß, attackierte eine Spaziergängerin und wurde schließlich von Polizisten erschossen.

Tweet der Polizei

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