Meinung: Nach dem Zugunglück von Domažlice: Lieber wirkungsvoll statt hip

Nach dem Schock und der Trauer muss schnell die Frage nach der Ursache des Unglücks auf der tschechischen Bahnstrecke behandelt werden. Hier liegt einiges im Argen, kommentiert Alexander Rädle.

Einsatzkräfte eilen zum Unglücksort.
von Alexander Rädle Kontakt Profil
Kommentar

Wenn in Deutschland von mangelhaften Bahnstrecken die Rede ist, können Tschechen nur müde lächeln. Das tragische Unglück bei Domažlice hat in den Kommentarrubriken tschechischer Nachrichtenseiten die Diskussionen um die Sicherheitsstandards im Bahnnetz des Nachbarlandes angeheizt. Zwar gibt es viele Pläne: Strecken ausbauen, beschleunigen und gleich möglichst breit das europäische Sicherungsystem ETCS (European Train Control System) einführen. Das Land würde damit einen Technologiesprung vollziehen. Viele Tschechen halten dieses Ziel für zu ambitioniert. Sie wären schon froh, wenn viel Strecken überhaupt einmal ein Sicherheitssystem bekämen. Dazu müsse es ja nicht das modernste und teuerste sein - wie ETCS. Sie verweisen auf Deutschland, wo es seit vielen Jahrzehnten flächendeckend ein System namens PZB90 gibt, das Züge automatisch stoppt, sollten sie ein Halt-Signal überfahren. Das ist zwar nicht so hip wie ETCS, aber bewährt und wirkungsvoll.

Furth im Wald im Landkreis Cham
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