Meinung: USA positionieren sich als Klimaschutz-Weltmacht

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Nach der großen Kehrtwende der USA: Die Ausflüchte sind Makulatur, die großen Klimasünder reihen sich mit ein. Deutschland muss sich in Sachen Klimaschutz neu erfinden, kommentiert Jürgen Herda.

Angry young woman: Die Klimaaktivistin Greta Thunberg nimmt am UN-Klimagipfel bei den Vereinten Nationen teil.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Das beliebteste Argument der Leugner: Selbst wenn der Klimawandel menschgemacht ist, an Deutschland allein wird die Umwelt nicht genesen. Seit Bidens Klimagipfel ist dieser Vorwand endgültig obsolet: Die USA vollziehen nach Trump eine 180-Grad-Wende und positionieren sich als Klimaschutz-Weltmacht.

Auch Kanada, Japan und viele europäische Staaten schließen sich an. Sogar China, Russland und Brasilien folgen, wenn auch zögerlich. Und die einstige Spitze der Bewegung?

Germanwatch und Greenpeace kritisieren, dass die einstige Klima-Kanzlerin keine neuen Botschaften zum Kampf gegen den Klimawandel gesendet habe. "Am Ende von 16 Jahren Merkel ist die Pandemie die beste Klimaschützerin in Deutschland", sagte Greenpeace-Chef Martin Kaiser.

Corona als Lehrmeister

Dabei führt gerade die Pandemie der Menschheit vor Augen, was geschieht, wenn zu spät und zu zögerlich gehandelt wird. Noch haben es die Politiker und Gesellschaften der Hauptverursacher in der Hand, Freiheitsrechte und Wohlstand mit ehrgeizigen Klimazielen in Einklang zu bringen. Wenn die Küsten Land unter vermelden, Stürme und Wetterkapriolen immer neue Milliardenkosten verursachen, Trockenheit für neuerliche Fluchtbewegungen sorgt, ist es zu spät.

Deshalb ist es gut, wenn die jungen Aktivisten von Fridays for Future ein Ende leerer Versprechungen fordern. Ankündigungen gab es bereits zu viele. Jetzt muss gehandelt werden. Biden macht Mut, eine neue Bundesregierung sollte sich diesem Wettbewerb der Klimaschützer stellen.

Klimaschutz beginnt vor der eigenen Haustüre.

Regensburg
Info:

Die Staaten formulieren neue Klimaziele

  • Die USA wollen ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2005 halbieren.
  • China will die Zunahme des Kohleverbrauchs bis 2050 „strikt kontrollieren“. Dach werde der Kohleverbrauch sinken. Xi bekräftigte Chinas 30/60-Ziele - Emissionshöhepunkt vor 2030, und Klimaneutralität vor 2060. „China wird den Weg vom Höhepunkt zur Neutralität wesentlich schneller zurücklegen als andere Länder“.
  • Russland: Putin verwies auf ein Pilotprogramm zum Emissionshandel auf der Halbinsel Sachalin, das es der Region erlaube, schon 2025 kohlenstoffneutral zu werden. Es reiche aber nicht, die Emissionen künftig zu vermeiden, sagte Putin. Man müsse auch der Atmosphäre das bereits emittierte Kohlenstoffdioxid entziehen und speichern. „Russland trägt gewaltig zur CO2-Speicherung bei“, so Putin.
  • Japan: Regierungschef Yoshihide Suga* kündigt an, sein Land wolle die Emissionen bis zum Fiskaljahr 2030/2031 um 46 Prozent im Vergleich zum Fiskaljahr 2013 verringern.
  • Kanada: Ministerpräsident Justin Trudeau gibt ebenfalls ein neues Klimaziel bekannt. Kanada will nun bis 2030 seine Emissionen um 40-45 Prozent gegenüber 2005 senken. Zuvor hatte das Ziel 30 Prozent gelautet.
  • Bangladesh: Scheich Hasina, die Ministerpräsidentin von Bangladesh, ist in der Rednerliste prominent platziert - als eine der führenden Stimmen der verletzlichen Entwicklungsländer. Weite Teile ihres Landes liegen unterhalb des Meeresspiegels und würden bei einem Anstieg dauerhaft verloren gehen. Zugleich ist es ein sehr armes Land. Bangladesh gebe jedes Jahr etwa fünf Milliarden Dollar aus für die Anpassung an Klimafolgen und Klimaresilienz aus.
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