Südböhmen, das Urlaubsparadies der Tschechen

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Die beste Werbung für Südböhmen: Die meisten Tschechen verbringen ihren Urlaub rund um die rauschende Šumava, den Böhmerwald. Eine Rundreise vom Moldaustausee zu den Renaissance-Städtchen Budweis, Krumau, Prachatitz und Rožmberk nad Vltavou.

Blick auf das Moldautal vom Rundturm in Rožmberk nad Vltavou.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Horní Planá/Oberplan. Vergleiche hinken immer. Nicht jede Stadt mit Fluss ist ein Venedig des Nordens. Das Sommerurlaubsgebiet am Lipno Stausee, der gestauten Moldau, aber ist den Tschechen ähnlich lieb wie den Deutschen der Gardasee. Um den See herum: Zahllose Möglichkeiten für Badespaß, Wassersport oder Campen.

Als Basislager eignet sich das Adalbert-Stifter-Städtchen Horní Planá/Oberplan (2000 Einwohner) mit einem Museum im Geburtshaus des südböhmischen Schriftstellers (1805-1868). Oder der namengebende Badeort Lipno am Südufer des langgezogenen Sees.

Das magische südböhmische Viereck in der Nähe des Lipno-Stausees, der gestauten Moldau im Böhmerwald.

Schloss Rožmberk nad Vltavou

Von dort aus folgen wir Smetanas vertonter Moldau bis Rosenberg an der Moldau (Rožmberk nad Vltavou). Von der Burg der Rosenberger aus dem 13. Jahrhundert steht noch ein die Landschaft prägender Rundturm. Der Blick über das Moldautal ist den Aufstieg allemal wert. An- und Umbauten bis zur Regotisierung im ausgehenden 19 Jahrhundert geben der Burg ihr heutiges Aussehen.

Sehenswert: Das Schloss ist mit Stilmöbeln des 16. und 17. Jahrhunderts möbliert und mit Renaissancekachelöfen, Gemäldegalerie und einer hübschen Sammlung an ritterlichem Handwerkszeug (von der Rüstung bis zum Morgenstern) ausgestattet. Sehenswert sind die manieristischen Malereien im Rittersaal (1601-1616): Die zehn Stufen menschlichen Lebens und Allegorien der fünf Sinne und Frau Musica.

Über allem thront in Český Krumlov das Schloss des alten böhmischen Adelsgeschlechts der Rosenberger.

Welterbe Český Krumlov

Weiter geht die Fahrt in die Welterbestadt Krumau (Český Krumlov, 13.000 Einwohner). Von der kleinen Moldaubrücke aus, unter der sich unbegradigt der noch junge Fluss windet, blickt man gebannt die Felsen empor, aus denen organisch die Schlossmauern wachsen. Im Hintergrund buckeln sich windschiefe Häuser eng aneinander gedrängt, zwischen denen sich verwinkelte Gassen einen Weg bahnen.

Über allem thront das Schloss des alten böhmischen Adelsgeschlechts der Rosenberger. Nach dem Prager Hradschin die zweitgrößte Schlossanlage Tschechiens. Die ursprünglich mittelalterliche Burg wurde im 16. Jahrhundert in ein Renaissanceschloss umgebaut. Aus dem Barock stammen das Lustschloss Bellarie sowie ein Theater, dessen Ausstattung wie Kulissen, alte Kostüme und Opernlibretti komplett erhalten ist.

Der zweitgrößte Marktplatz Tschechiens im Südböhmen-Metropolchen České Budějovice.

Nicht nur Budweiser in České Budějovice

Nächste Station ist das Südböhmen-Metropolchen Budweis (České Budějovice, 93.000 Einwohner). Keine fünf Minuten zu Fuß vom zentralen Parkplatz gelangt man durch die Krajinská auf den Náměstí Přemysla Otakara II. Der zweitgrößte Marktplatz Tschechiens beeindruckt nicht nur durch schiere Größe. Der fast quadratische Mittelpunkt der Stadt, vor dessen prächtigen, arkadengesäumten Renaissance- und Barockhäusern die Budweiser ihr weltberühmtes Bier genießen, strahlt mediterrane Gelassenheit aus.

Nur ein paar Kilometer vor der Stadtgrenze thront das Märchenschloss Hluboká nad Vltavou 83 Meter überiiner Moldauschleife. Die Schwarzenbergs ließen die ehemalige Burg 1840-1871 nach dem Vorbild von Schloss Windsor umbauen.

Prachatice am Goldenen Steig

Last not least darf ein Abstecher nach Prachatitz (Prachatice, 11.000 Einwohner) nicht fehlen. Die Kleinstadt am ehemaligen Goldenen Steig mit seinen weitgehend erhaltenen Befestigungsmauern ist nicht so überlaufen wie das boomende Krumau oder das berühmte Budweis. Durch das Písecká braná (Piseker Tor) – mit den sichtbaren, steckengebliebenen Steingeschossen aus dem Dreißigjährigen Krieg–, betritt man eine seit dem 16. Jahrhundert nahezu unveränderte Altstadt.

Auf dem Marktplatz steht man vor der Qual der Wahl, welche der reich mit Sgraffiti verzierten Bürgerhausfassaden man zuerst näher unter die Lupe nehmen soll. Der ehemalige Reichtum der Handelsstadt Prachatice, Geburtsstadt der Herdas, ist ihnen anzusehen.

Sgraffito Fassade mit Elefanten am Velké náměstí in Prachatice:. So hat sich der Renaissance-Maler das afrikanische Tier aus Erzählungen zusammengereimt.

Alle Teile der Serie "Ferien daheim": www.onetz.de/3068239

Service:

Südböhmische Highlights

  • Český Krumlov/Krumau, Burg und Schloss, täglich außer Montag, 9-17 Uhr, August bis 18 Uhr, letzte Führung eine Stunde vor Schließung.
  • České Budějovice/Budweis: Südböhmisches Museum Budweis (Jihočeské muzeum, Dukelská 242/1), täglich außer Montag 9 bis 17.30 Uhr. Das Besucherzentrum der Budweiser Brauerei ist bis Ende 2020 geschlossen.
  • Prachatice: Sgraffitto Fassade mit Elefanten, Marktplatz (Velké náměstí).
  • Rožmberk nad Vltavou 124: Rybářská Bašta (Fischerbastei), uriges Fischrestaurant und Pension im Fachwerkhaus, Tel. (0420-605) 177 081, E-Mail: info[at]bastarozmberk[dot]cz
Die Fischerbastei (Rybářská Bašta) in Rožmberk nad Vltavou 124:
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