Kommentar: Gaffen ist asozial

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Passiert ein schrecklicher Unfall, dann muss das soziale Gefüge greifen, damit schnell Hilfe da ist. Wer gafft, verhält sich einfach asozial, kommentiert Wolfgang Ruppert. Gaffer müssen spüren, dass sie die Gesellschaft so nicht haben will.

Gaffer sind nichts anderes als asozial, kommentiert Wolfgang Ruppert
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil
Kommentar

Wer bei einem Unfall lieber gafft, als zu helfen und dabei vielleicht die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit behindert, verhält sich schlicht asozial. Denn er vergisst, dass sein Gegenüber genauso ein Mensch mit Hoffnungen, Träumen, Ängsten und Sorgen ist. Schlimmer noch: Vielleicht ist dem Gaffer das alles bewusst, aber er pfeift drauf. Was ist schon ein einzelnes menschliches Schicksal für Klicks, Likes und die vermeintliche Anerkennung, die in Sozialen Medien dafür zu bekommen ist?

Das Problem ist nur, dass jeder über kurz oder lang in eine Situation kommen kann, in der er hilflos und verwundbar ist. Jeder, der sich so etwas vorstellen kann oder selbst schon einmal in einer solchen Lage war, der weiß, wie wichtig Menschen sind, die beherzt zur Seite stehen – auch wenn sie bis dahin völlig Fremde waren.

Nach einem Unfall mit einem Streifenwagen hat ein Gaffer einen Polizisten gewürgt

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Es ist nicht so, dass sich Gaffer Sorgen machen müssten, dass ihnen in der Not niemand helfen würde: Denn Menschen, die ihr Gegenüber als Mensch wahrnehmen, sind immer zur Stelle, wenn es brenzlig wird. Allerdings müssen wir uns als Gesellschaft überlegen, ob wir denen, die aus dem Leid anderer ein Spektakel machen, nicht öfter deutlich klar machen sollten, dass so ein asoziales Verhalten intolerabel ist. Das geht übrigens auch, indem wir die Posts von Gaffern in den sogenannten sozialen Medien melden.

Lesen Sie hier die Geschichte zum Kommentar

Amberg
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