Faktencheck: Impfstoff von Astrazeneca erst seit Februar 2021 in Deutschland erhältlich

Kann eine Frau "seit Monaten im Krankenhaus" liegen nachdem sie den den Impfstoff des Pharmakonzerns Astrazeneca erhalten hat? Ein Faktencheck

Die bedingte Zulassung, den Impfstoff von Astrazeneca in der Europäischen Union zu nutzen, erfolgte am 29. Januar 2021.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Impfgegner machen in den sozialen Medien immer wieder gegen den Einsatz von Corona-Vakzinen mobil. In einem Facebookpost zum Beispiel wird behauptet, in Berlin sei eine Frau "seit Monaten im Krankenhaus", die den Impfstoff des Pharmakonzerns Astrazeneca erhalten habe - "sie liegt nun im Sterben", heißt es. Angeblich hat die Frau die Impfung schon "sehr früh" erhalten, "nach Weihnachten schon". Kann das stimmen?

BEWERTUNG:

Der Impfstoff von Astrazeneca ist innerhalb der Europäischen Union erst am 29.1.2021 zugelassen worden - also lange nach Weihnachten. In Deutschland verfügbar ist das Präparat erst seit Anfang Februar.

FAKTEN:

Die bedingte Zulassung, den Impfstoff von Astrazeneca in der Europäischen Union zu nutzen, erfolgte am 29. Januar 2021. In Berlin kam die erste Lieferung nach Angaben der Stadt am 6. Februar 2021 an. Eine Impfung dort unmittelbar nach Weihnachten, wie behauptet, wäre also gar nicht möglich gewesen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte den Impfstoff zuletzt erst ab 60 Jahren empfohlen. Grund war unter anderem das Auftreten von Hirnvenenthrombosen bei 1 bis 2 unter 100.000 geimpften jüngeren Frauen in Deutschland. Es gab auch wenige Fälle bei Männern in Deutschland - jedoch wurden bisher bundesweit 2,5 Mal mehr Frauen das erste Mal mit Astrazeneca geimpft.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA empfahl die Anwendung von Astrazeneca hingegen uneingeschränkt. Der Nutzen sei höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die EMA in Amsterdam.

Bis zum 29. März 2021 wurden in Deutschland 31 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit Astrazeneca gemeldet. In neun Fällen war der Ausgang tödlich.

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