Faktencheck: Halten FFP3-Masken Coronaviren ab?

"Alle Masken sind nutzlos", behauptet ein Beitrag in den sozialen Medien. Das Faktencheck-Team der Deutschen Presse-Agentur befasst sich deshalb mit der Schutzfunktion von FFP3-Masken.

Halten FFP3-Masken Coronaviren ab?
von Agentur DPAProfil

Die Mund-Nasen-Maske ist zu einem Symbol der Corona-Pandemie geworden. Die Pflicht, sie an manchen Orten zu tragen, ist immer wieder Thema von Debatten. In einem über soziale Medien verbreiteten Beitrag wird behauptet: "Alle Masken sind nutzlos". Als angeblicher Beleg dafür wird auf eine besonders dichte FFP3-Maske verwiesen.

In einer Illustration wird der Eindruck erweckt, FFP3-Masken würden das Coronavirus nicht abhalten. Denn FFP3-Masken sollen für Partikel kleiner als 600 Nanometer durchlässig sein, wozu das Coronavirus mit einer Größe von 70 Nanometern zählen soll.

BEWERTUNG

Der Größenvergleich ist irreführend. Das Coronavirus verbreitet sich nicht als einzelnes winziges Partikel, sondern über etwas größere Tröpfchen. Diese haben eine Größe, die von FFP3-Masken abgehalten wird.

FAKTEN

Ein einzelnes Coronavirus ist in etwa 60 bis 100 Nanometer groß. Es kommt aber zumeist nicht einzeln in der Luft vor, sondern ist in Tröpfchen eingeschlossen. Die Größe dieser Tröpfchen variiert zwischen 1000 Nanometern und mehr als 100 000 Nanometern, wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte.

In Tröpfchen von etwa dieser Größe wird das Virus zum Beispiel beim Sprechen verteilt, ausgehustet oder geniest und kann dabei übertragen werden.

Gemäß einer EU-Norm müssen FFP3-Masken 99 Prozent aller Partikel abhalten, die größer als 600 Nanometer sind. Darunter fallen somit auch Partikel in der Größe von Tröpfchen, die Coronaviren enthalten.

Auch gegen kleinere Partikel können FFP3-Masken etwas ausrichten: "Auch Partikel in der Größe des Virus werden von FFP3 Masken abgehalten. Bei der Filtration wirken mehrere Mechanismen gemeinsam, angefangen mit dem Siebeffekt, über Trägheit und Diffusion bis hin zu elektrostatischen Effekten", teilte Elke Biesel von der Deutschen Unfallversicherung, dem deutschen Spitzenverband der Berufsgenossenschaften, der dpa mit.

Das bedeutet:

Partikel, die das dichte Gewebe in der Maske nicht aufhält, können dennoch hängenbleiben oder durch elektrische Anziehung an der weiteren Bewegung in der Luft gehindert werden. "Daher werden auch kleinere Partikel abgeschieden", so Biesel.

Zwar kann keine Maske eine Ansteckung komplett verhindern, sie kann aber das Ansteckungsrisiko senken. Studien haben zudem gezeigt, dass auch andere, weniger dichte Masken als die FFP3-Maske zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen.

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