Oberpfälzer bei Bundeswehreinsatz in Mali verwundet

Nachdem die Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" die Einsätze im Baltikum beendet hat, ist dem Verband Mali geblieben. Dort hat es jetzt Angehörige der "Zwölfer" hart getroffen.

Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen nahe des Stützpunktes Gao im Norden Malis.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Beim Selbstmordanschlag auf eine Patrouille in Mali sind auch Angehörige der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" verletzt worden. In dem westafrikanischen Land sind seit März rund 240 Männer und Frauen des Verbandes für sechs Monate im Zuge der UN-Mission MINUSMA eingesetzt. Die Soldaten sind in "Camp Castor" im ostmalischen Gao stationiert. Ihre Aufgabe ist es, Aufklärungsergebnisse über die Konfliktparteien und die Situation der malischen Gesellschaft an das Hauptquartier der UN-Mission zu liefern.

Ein Selbstmordattentäter hatte am Freitagmorgen etwa 180 Kilometer nordöstlich von Gao in der Nähe der Ortschaft Tarkint die Patrouille einer gemischten Aufklärungskompanie mit einer Autobombe angegriffen. Zwölf deutsche Soldaten waren verwundet worden, darunter mindestens vier Angehörige der Panzerbrigade 12.

Je zwei Verwundete aus Roding und Freyung

Neben den Deutschen erlitt auch ein Belgier Verletzungen. Zwei Verwundete gehören nach Informationen von Oberpfalz-Medien zum Aufklärungsbataillons 8 aus Freyung (Kreis Freyung-Grafenau), zwei Verletzte zum Logistikbataillon 8 aus Roding (Kreis Cham). Die Verwundeten waren am Wochenende nach Deutschland gebracht worden. Sie werden in den Bundeswehrkrankenhäusern Ulm und Koblenz behandelt.

Am 10. Februar hatte das Heer auf Twitter verkündet "#CombatReady für #Mali ist die #Panzerbrigade12. Sie hat im Gefechtsübungszentrum #Heer ihre #Einsatzreife bewiesen." Im Mittelpunkt der Abschlussübung standen die Soldaten des Aufklärungsbataillons 8, das zu den "Zwölfern" gehört. „Auf dem Truppenübungsplatz konnten die Soldaten intensiv trainieren. Denn vor Ort in Mali kommt es auf jeden Einzelnen an, dort wird scharf geschossen und Anschläge drohen“, sagte Kommandeur der Panzerbrigade 12, Brigadegeneral Björn Schulze zum Abschluss der Einsatzübung im Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Colbitz-Letzlinger Heide, nördlich von Magdeburg. Weder er noch die rund 240 Soldatinnen und Soldaten dürften damals erwartet haben, dass es sie und ihre Kameraden so hart trifft.

Anschlag im OP North vor zehn Jahren

Vor zehn Jahren hatte es Soldaten der Panzerbrigade 12 zuletzt so schwer getroffen. Am 18. Februar 2011 hatte ein afghanischer Soldat im OP North in Nordafghanistan drei Soldaten des Panzergrenadierbataillons 112 aus Regen getötet und sechs Soldaten zum Teil schwer verletzt.

Die Aufklärer aus dem bayerischen Wald, die derzeit den Leitverband für den deutschen Einsatz in Mali stellen, sind nicht das erste Mal in der Sahelzone im Einsatz. Unterstützt wird das Aufklärungsbataillon 8 unter anderem vom Gebirgsjägerbataillons 232 in Bischofswiesen und aus anderen Standorten in Bayern und Sachsen.

Offiziell gibt es von der Bundeswehr keine Auskunft zum Herkunftsort oder zum Stationierungsort der Verletzten. Zum Schutz der Soldaten, hieß es schon am Sonntag vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam. Vom Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz hieß es am Montag: Zwei der zwölf verletzten Soldaten sind derzeit auf der Intensivstation. Sie seien aber in einem "erfreulich stabilen Zustand". Nach Auskunft eines Arztes reichen die Verletzungen der Verwundeten in Koblenz von Lungenverletzungen durch die Druckwelle bis hin zu Trommelfell-, Augen- und Gesichtsverletzungen. Nach Koblenz werden die am schwersten verletzten deutschen Soldaten gebracht worden.

Bericht aus Masar-i-Sharif

Kümmersbruck

Ende des Einsatzes im Baltikum

Pfreimd

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