22.10.2020 - 17:29 Uhr
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Die vierfarbige Corona-Ampel: Was bei welcher Stufe gilt

Seit Mittwoch gibt es auf der bayerischen Corona-Ampel eine vierte Farbe. Ab einem 7-Tage-Inzidenzewert von 100 springt sie auf Dunkelrot. Was wann gilt: eine Übersicht der Warnfarben.

Bei Rot ist auf der bayerischen Corona-Ampel noch nicht Schluss. Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100 gilt Alarmstufe "Dunkelrot"
von Florian Bindl Kontakt Profil

Bayern hat seine Corona-Ampel um eine weitere Farbe ergänzt. Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100 gelten nun lokal noch strengere Regeln. Ein unkontrollierter Ausbruch soll um jeden Preis verhindert werden. Am Mittwoch, als die neue Ampelfarbe „Dunkelrot“ eingeführt wurde, hatten gleich acht bayerische Städte und Landkreise die Marke 100 überschritten, darunter auch die Stadt Weiden. Welche Regeln gelten nun?

Die vier Farben der Corona-Ampel

Was gilt bei grüner Ampel?

Die Corona-Ampel steht auf Grün, solange der 7-Tage-Inzidenzwert unter 35 liegt. Das bedeutet: Es haben sich in einem Landkreis oder einer Stadt innerhalb der letzten sieben Tage weniger als 35 Personen pro 100.000 Einwohner nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal zehn Personen treffen. Setzt sich die Gruppe aus nur zwei Hausständen zusammen, so gibt es keine Höchstgrenze. Veranstaltungen dagegen, für die ein Hygienekonzept vorliegt und die auf einen festen Teilnehmerkreis beschränkt sind, wie Hochzeiten oder Geburtstage, sind mit 100 Personen in Innenräumen und 200 Personen im Freien erlaubt. Freilich gelten noch die allgemeinen Hygieneregeln wie Maskenpflicht in ÖPNV, Gaststätten und Geschäften.

Was gilt bei gelber Ampel?

Nun hat der Inzidenzwert die 35 erreicht. Das betrifft vor allem die Schulen. Dort besteht nun die Maskenpflicht für Schüler ab Jahrgangsstufe 5 auch am Sitzplatz. Gleiches gilt für Universitäten und Hochschulen. Arbeitnehmer müssen ebenfalls einen Mund-Nase-Schutz tragen, zumindest „auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen“, so das bayerische Gesundheitsministerium. Außerdem ist in Freizeiteinrichtungen, Kulturstätten und bei Versammlungen eine Maske zu tragen. Auf öffentlichen Plätzen gilt ab 23 Uhr ein Alkoholverbot, Sperrstunde herrscht ebenfalls ab 23 Uhr.

Was gilt bei roter Ampel?

Die Corona-Ampel springt auf Rot, sobald der Inzidenzwert die Marke 50 erreicht. Die Kontaktbeschränkungen sind nun noch einmal strenger. Wer sich privat trifft, etwa im Restaurant, aber auch im Freien, darf die Grenze von fünf Teilnehmern oder zwei Hausständen nicht überschreiten. Die Maskenpflicht während des Unterrichts gilt jetzt auch für Grundschüler. Außerdem muss jeder, der sich auf öffentlichen Plätzen oder in öffentlichen Gebäuden bewegt, eine Maske tragen. Sperrstunde und Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen beginnen schon ab 22 Uhr.

Was gilt bei dunkelroter Ampel?

Seit Mittwoch gibt es eine neue Warnstufe: die dunkelrote Ampel. Sie tritt dann ein, wenn der Inzidenzwert auf 100 und höher steigt. Die Folgen: Bei Veranstaltungen mit Hygienekonzept und fester Teilnehmerzahl sind nur noch maximal 50 Personen zugelassen. Davon ausgenommen sind Gottesdienste und Demonstrationen. Außerdem ist die Sperrstunde auf 21 Uhr vorverlegt.

Was passiert, wenn die Fallzahlen trotz dunkelroter Ampel steigen?

Selbst stenge Regeln garantieren freilich nicht, dass das lokale Infektionsgeschehen sofort abnimmt. Das musste in dieser Woche der Landkreis Berchtesgadener Land erfahren. Dort stieg die 7-Tage-Inzidenz weit über die 200er-Marke, der mit Abstand höchste Wert in Deutschland. Nun ist dort ein Quasi-Lockdown in Kraft. Die Bürger dürfen ihre Wohnung nur noch mit triftigem Grund verlassen, Schulen und Kitas sind geschlossen. Einen Grenzwert, ab welchem Infektionsgeschehen mit dieser Maßnahme zu rechnen ist, gibt es jedoch noch nicht. Dass es aber nicht bei den derzeitigen vier Ampelfarben bleibt, scheint gut möglich.

Diese Corona-Regeln gelten für Feiern und am Arbeitsplatz

Bayern
Info:

Alle Warnstufen im Überblick

  • Bei 7-Tages-Inzidenz unter 35 Private Treffen in Innenräumen und im Freien auf 10 Personen oder zwei Hausstände beschränkt Maximal 100 Teilnehmer bei Veranstaltungen in Innenräumen, 200 im Freien Keine Maskenpflicht im Unterricht und am Arbeitsplatz, keine Sperrstunde
  • Ab 7-Tages-Inzidenz von 35 Private Treffen in Innenräumen und im Freien auf 10 Personen oder zwei Hausstände beschränkt Maximal 100 Teilnehmer bei Veranstaltungen in Innenräumen, 200 im Freien Maskenpflicht im Unterricht ab Jahrgangsstufe 5 und am Arbeitsplatz, Sperrstunde um 23 Uhr
  • Ab 7-Tages-Inzidenz von 50 Private Treffen in Innenräumen und im Freien auf 5 Personen oder zwei Hausstände beschränkt Maximal 100 Teilnehmer bei Veranstaltungen in Innenräumen, 200 im Freien Maskenpflicht im Unterricht für alle Schüler, Sperrstunde um 22 Uhr
  • Ab 7-Tages-Inzidenz von 100 Private Treffen in Innenräumen und im Freien auf 5 Personen oder zwei Hausstände beschränkt Maximal 50 Teilnehmer bei Veranstaltungen Maskenpflicht im Unterricht für alle Schüler, Sperrstunde um 21 Uhr
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