31.08.2020 - 13:31 Uhr
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Schulen: Befristete Maskenpflicht sowie Handy erlaubt

Wenn nächste Woche die Schule in Bayern wieder losgeht, wird alles anders sein als sonst. Zum Auftakt soll eine neuntägige Maskenpflicht als "Sicherheitspuffer" den Infektionsschutz verbessern.

An den ersten neun Schultagen müssen Schüler in Bayern auch im Unterricht eine Maske tragen. Ausgenommen sind Grundschüler und Lehrer.
von Agentur DPAProfil

Mit einer Maskenpflicht für Schüler und Lehrer starten Bayerns weiterführende Schulen nach den Ferien ins neue Schuljahr. "Es ist ein Schulstart unter Corona-Bedingungen und dies, wo Corona wieder zulegt", sagte Ministerpräsident Markus Söder am Montag nach Beratungen mit Vertretern von Eltern-, Schüler- und Lehrerverbänden in der Staatskanzlei in München.

Der CSU-Chef betonte, dass die Infektionszahlen in ganz Europa wieder zunähmen. Daher sei es "ganz entscheidend", mit großer Vorsicht in die Schulen zurückzukehren. Einzig ausgenommen von der Maskenpflicht im Unterricht sind Grundschulen. Die Ferien in Bayern gehen noch bis zum 7. September.

Neun Schultage als "Sicherheitspuffer"

Söder sagte, gerade mit Blick auf die Infektionsrisiken durch Reiserückkehrer aus dem Ausland sei es wichtig, den "Sicherheitspuffer" von neun Schultagen mit der Maskenpflicht einzuhalten. Durch den Einsatz der Masken im Unterricht sinke das Ansteckungsrisiko um 90 Prozent. Es müsse aber allen klar sei, dass auch dieser Schulstart nicht perfekt laufen werde.

Sollte es in einer Region auch nach neun Tagen hohe Fallzahlen geben, kann die Pflicht auch regional begrenzt verlängert oder neu verhängt werden. Richtgröße dafür ist die Anzahl der Corona-Infizierten pro 100 000 Einwohner. Wenn diese binnen sieben Tagen über 35 steigt, muss von Schulträgern und Gesundheitsamt entschieden werden, wie der Unterricht weitergeht. Ziel sei, den Regelunterricht bestmöglich aufrecht zu erhalten. "Wir wollen wieder Schule haben in Bayern", sagte Söder. Masken seien besser als Schulausfälle.

Die Maskenpflicht im Unterricht ist Teil des Hygienekonzeptes, mit dem der Regelbetrieb auch in der Pandemie weitergehen soll. Dazu gehört zudem, dass zur Minimierung der Risiken viel gelüftet wird, Klassen als feste Gruppen zusammenbleiben und überall dort, wo kein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, eine Pflicht zum Tragen des Mund-Nase-Schutzes gilt. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) betonte, dass Schüler und Lehrer, die keine Maske aufsetzen, ohne Attest nicht am Unterricht teilnehmen dürften.

Warn-App: Smartphones dürfen eingeschaltet sein

Zudem kündigte die Staatsregierung an, die Schulträger bei der Bereitstellung zusätzlicher Schulbusse zu unterstützen. Die Mehrkosten übernehme der Freistaat. So soll es etwa einfacher möglich sein, Anfahrten zu splitten, damit zeitlich gestaffelter Unterricht von Klassen erfolgen kann. Formell wird das Kabinett das Schulkonzept an diesem Dienstag beschließen.

Um den Jugendlichen auch die Nutzung der Corona-Warn-App der Bundesregierung zu ermöglich, dürfen im kommenden Schuljahr Smartphones in der Schule eingeschaltet werden. Die Geräte müssten "jedoch stumm geschaltet sein und während des Unterrichts in der Schultasche verbleiben", informierte das Ministerium. Bislang war die Nutzung von Smartphones im Regelfall verboten. Das Ministerium sah bislang in der Corona-App keinen Grund, von dieser Linie abzuweichen. Infektionsketten könnten in der Schule auch ohne App nachverfolgt werden, hieß es.

Ähnliche Schritte wie in Nordrhein-Westfalen

Bayern geht damit im Kampf gegen das Virus einen ähnlichen Weg wie Nordrhein-Westfalen. Auch hier hatte nach den Ferien eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen gegolten - sogar für 14 Tage. Nachdem im bevölkerungsreichsten Bundesland die Fallzahlen entgegen dem Bundestrend jüngst rückläufig waren, endete die Maskenpflicht im Unterricht an diesem Montag. Söder betonte, dass die neun Tage in Bayern inklusive der Wochenenden letztlich fast die komplette Inkubationszeit des Virus von 14 Tagen abdeckten.

In Bayern gilt wegen der Pandemie generell eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und an allen Orten, an denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Verstöße werden mit 250 Euro und im Wiederholungsfall mit 500 Euro geahndet. Der Freistaat setzt zur Prävention auch auf umfangreiche Tests. Söder zufolge wurden in Bayern alleine bei rund 315 000 Tests von den Reiserückkehrern 4000 Infektionen festgestellt.

Im Juli hieß es noch, die Maskenpflicht ende im Klassenzimmer

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