29.05.2020 - 06:29 Uhr
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Donaulied-Streit: „Verharmlosung einer Vergewaltigung“

Mit einer Petition gegen das Donaulied hat eine Studentin aus Passau eine Diskussion um Sexismus in Bierzelten angestoßen.

Der deutsche Sänger Mickie Krause ist bei einem Auftritt zu sehen.
von Agentur DPAProfil

Das Donaulied beschreibt die Vergewaltigung eines am Ufer schlafenden Mädchens und wird in Bierzelten und von Ballermann-Star Mickie Krause gesungen. Die Studentin Corinna Schütz aus Passau will erreichen, dass sich Menschen mit dem Text befassen und das Lied nicht mehr singen, wie sie sagte. Es gehe um die Verharmlosung einer Vergewaltigung. Zudem hat sie die „Aktion gegen Bierzelt-Sexismus“ ins Leben gerufen. Für ihr Engagement erntet sie Zuspruch, aber auch Spott. Mehr als 650 Unterstützer beteiligten sich bis Donnerstagabend an der Petition.

Den Grünen-Landtagsabgeordneten Toni Schuberl ärgert besonders ein Kommentar des stellvertretenden Passauer Landrates Hans Koller (CSU) zu dem Lied. Dieser hatte in einer Facebook-Unterhaltung eine spöttische Aussage gegen die Aktion als „sehr gut“ bewertet. In einem offenen Brief fragte Schuberl den CSU-Politiker: „Darf ich das so werten, dass Du die Verherrlichung und das Besingen einer Vergewaltigung gutheißt?“

Initiatoren der Petition planen auch eine Bürgerinitiative

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Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte Koller am Donnerstag: „Mir gefällt das Lied auch nicht.“ Es sei eben ein „uraltes, primitives Sauflied“, jedoch gebe es angesichts der Corona-Krise seiner Ansicht nach wichtigere Themen als das Donaulied. Das habe er mit seinem Kommentar zum Ausdruck bringen wollen.

Petition gegen das Donaulied

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