13.09.2020 - 15:54 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Amberger Welttheater: "Festes Haus für die Winterkönig-Familie"

Seinen nächsten großen Auftritt hat der Winterkönig erst wieder im Jahr 2024. Genug Zeit also, um den erfolgreichen Amberger Welttheater ein tragfähiges Fundament für die Zukunft zu geben. Wie das genau aussehen soll, wird jetzt diskutiert.

Winterkönig-Szene mit Dieter Simbek (rechts).
von Anke SchäferProfil
Kulturfachkraft Barbara Cosima Frey
Kulturreferent Dr. Fabian Kern

Seit Friedrich V. alias der „Winterkönig“ und sein buntes Gefolge 2009 erstmals die Bühne auf dem Mariahilfberg betreten haben, ist nicht nur die Region Feuer und Flamme für diese außergewöhnliche Theaterprojekt. Damit das auch so bleibt, erwägen die Veranstalter und Produzenten jetzt einen weiteren Schritt: Die Gründung eines Festspielvereins, der den zu einer großen Familie zusammengewachsenen Mitwirkenden klare Strukturen und Perspektiven bietet. Vor der Informationsveranstaltung am 21. September haben Kulturreferent Dr. Fabian Kern, Kulturfachkraft Barbara Cosima Frey und Dieter Simbek als Mitglied des Produktionsteams mehr zur Idee erzählt:

ONETZ: Das Amberger Welttheater ist mittlerweile zu einer Institution geworden, weit über die Amberger Stadtgrenzen hinaus. Was macht den besonderen Reiz aus?

Dieter Simbek: Dieter Simbek: Es ist das Zusammenspiel von Laienschauspieler und Profis. Der Spielort, den man hätte nicht besser wählen können.  Ein Teamspirit, der beim kompletten Team (Kulturamt, Spieler, Orga-Team, Kostümierung usw.) entstanden ist.
Fabian Kern: Das Faszinierende ist doch auch die Frage, warum es in einer kleinen Stadt eine so große Initiative von Bürgern gibt, die sich fürs Theaterspielen engagiert. All die kleinen Bühnen aus der Region, die Knappschaftskapelle, die Stadtwache.

ONETZ: Haben Sie eine Antwort darauf ?

Fabian Kern: Fabian Kern: Das Welttheater ist nicht nur eine neue Idee, es ist auch eine jahrhundertealte Tradition, dass Amberger Bürger Theater spielen. Diese Tradition fußt im 15. Jahrhundert, in dem es auch in Amberg Passionsspiele und Drachenstich gab.

ONETZ: Wie haben Sie die bisherige Publikumsresonanz erlebt?

Dieter Simbek: Simbek: Durchwegs nur positiv. Es gab im Vorfeld schon Zweifel, ob es umsetzbar ist und wie es ankommen wird, aber ich kenne tatsächlich niemanden, der nach einem Theaterbesuch nicht fasziniert und begeistert war.

ONETZ: Jetzt soll das Erfolgsmodell mit einer festeren Struktur versehen werden. Was erhoffen Sie sich davon ?

Fabian Kern: Fabian Kern: Die Stadt steht zum Welttheater, die Erfolgsgeschichte soll alle fünf Jahre fortgesetzt werden. Dabei wären eine klare Struktur und feste Ansprechpartner von Vorteil.
Barbara Cosim Frey: Beim ersten Mal wurden wir von den Anforderungen, die das Welttheater mit sich bringt, völlig überrollt. Beim zweiten Mal war es viel einfacher und manches schon eingespielt. Aber es ist immer schwierig, wenn alles an einer einzigen Person hängt. Gerade auch bei den Ehrenamtlichen. Mittlerweile sind die Mitwirkenden zu einer Art Familie zusammengewachsen – wir wollen dieser Familie jetzt ein Haus geben.
Dieter Simbek: Dass es zur einer festen Institution wird und die „Amberger“ es als Ihr Stück ansehen. Man es in den Köpfen, auch über die spielfreie Zeit von fünf Jahren, behält. Denn, wenn auch in der spielfreien Zeit Unternehmungen stattfinden, wird der Zusammenhalt natürlich noch gestärkt und man bleibt in Erinnerung. Und der Bekanntheitsgrad über die Landkreisgrenzen hinaus einfach noch erhöht wird.

ONETZ: Was wird beim geplanten Treffen mit Mitwirkenden und Interessierten auf der Tagesordnung stehen?

Fabian Kern: Fabian Kern: Wir stehen ganz am Anfang. Wir sondieren erst mal, beispielsweise wer überhaupt bereit ist, sich zu engagieren. Durch einen Festspielverein könnten neue Perspektiven entstehen.
Dieter Simbek: Zum einen natürlich, Gleichgesinnte zu treffen, die auch ein leidenschaftliches Interesse am Fortführen und gegebenenfalls am Mitgestalten dieses Schauspiels haben. Vielleicht auch eine andere Sichtweise von Dingen zu bekommen, die verbessert oder geändert werden müssten. Dass sich auch weitere Interessenten (Amberger) melden, die zur Welttheatergemeinschaft dazu stoßen und mitmachen wollen. Egal ob hinter den Kulissen oder auf der Bühne.

ONETZ: Könnten Sie sich neben der äußeren Struktur auch eine Erweiterung des Repertoires vorstellen?

Dieter Simbeck: Dieter Simbek: Natürlich ist auch dass eine denkbare Vorstellung, die natürlich erstrebenswert wäre. Allerdings eher ein langfristiges Ziel.
Dafür müssten erst die Rahmenbedingungen geschaffen werden, aber genau deswegen findet dieses Zusammentreffen statt.

Info:

Zur Veranstaltung

Die Informationsveranstaltung zur möglichen Gründung eines Festspielvereins "Amberger Welttheater" findet am Montag, 21. September um 19 Uhr im Stadttheater Amberg statt. Zwingend erforderliche Anmeldung bis Montag. 14. September, per E-Mail an barbara-cosima.frey[at]amberg[dot]de.

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