06.05.2021 - 07:59 Uhr
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Das ändert sich für Geimpfte und Genesene ab Donnerstag

In Bayern treten am Donnerstag Erleichterungen für Geimpfte und Genesene in Kraft. Viele der Einschränkungen bei Treffen sowie den Testpflichten gelten für sie nicht mehr.

In Bayern treten am Donnerstag Erleichterungen für Geimpfte und Genesene in Kraft. Viele der Einschränkungen bei Treffen sowie den Testpflichten gelten für sie nicht mehr.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Der Freistaat schreitet voran und gibt Geimpften und Genesenen wieder mehr Freiheiten. Bereits ab Donnerstag fallen für Menschen mit einem vollen Corona-Impfschutz oder nach einer überstandenen Corona-Erkrankung viele Einschränkungen weg. Diese Erleichterungen sieht die geänderte Corona-Verordnung für Bayern vor:

Testpflicht

Ist etwa im Einzelhandel und für den Besuch im Museum ein Corona-Schnelltest erforderlich, fällt diese Pflicht für Geimpfte und Genesene künftig weg. Voraussetzung ist, dass Geimpfte über den vollständigen Impfschutz verfügen. Bei Impfungen, die zwei Impfdosen vorsehen, muss die Impfreihe also abgeschlossen sein. Zudem müssen danach 14 Tage vergangen sein, um die Rechte als Geimpfter in Anspruch nehmen zu können. Genesene müssen ihre zurückliegende Infektion mit einem PCR-Testergebnis aus dieser Zeit nachweisen. Zudem muss die Infektion mindestens 28 Tage zurückliegen und es dürfen keine Symptome mehr vorliegen.

Ausgangsbeschränkung

Die nächtliche Ausgangsbeschränkung in den sogenannten Corona-Hotspots gilt für Geimpfte und Genesene nicht mehr. Sie dürfen ab sofort auch wieder nachts aus dem Haus und dies auch ohne konkreten Grund, wie die Staatsregierung nun festlegte.

Kontakte

Bei der Zahl der maximal erlaubten Kontakte zählen vollständig Geimpfte sowie Genesene künftig nicht mehr mit. Somit sind für sie auch unabhängig von der regionalen Sieben-Tage-Inzidenz wieder Treffen mit mehr Menschen möglich.

Quarantäne

Erleichterung sieht die geänderte Verordnung auch bei der häuslichen Quarantäne nach dem Kontakt mit nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten vor. Diese fällt für Geimpfte und Genesene ebenfalls weg.

Gelber Impfpass

„Bringen Sie Ihre Versicherungskarte und den Impfpass mit“, sagt die Sprechstundenhilfe am Telefon bei der Vereinbarung des Impftermins. Impfpass? Da war doch mal was. „Keine Sorge, wenn Sie ihn verloren haben, bekommen Sie einen neuen.“ Nach der Spritze bewahrheitet sich das Versprechen. Ein neuer gelber Lappen der Weltgesundheitsorganisation mit der Aufschrift „Internationale Impf- oder Prophylaxebescheinigung bestätigt die Verabreichung der ersten Dosis Comirnaty von Biontech.

Digitaler Impfnachweis

Der digitale Impfnachweis ist eine zusätzliche Möglichkeit, um Impfungen zu dokumentieren. Geimpfte sollen damit Informationen wie Impfzeitpunkt und Impfstoff künftig auch personalisiert bequem auf ihren Smartphones digital speichern können. Am 21. Januar beschloss der Europäische Rat, einen interoperablen und standardisierten Impfnachweis für medizinische Zwecke auf den Weg zu bringen. Deutschland will diese Entscheidung schnell umsetzen. Mittlerweile hat die Europäische Kommission einen Verordnungsentwurf für (digitale) Impfzertifikate, Tests und für Personen mit Covid-19-Heilstatus vorgelegt, um die Reisefreizügigkeit zu erleichtern.

Wenn Geimpfte kein Smartphone besitzen oder dieses verloren haben, ist der Impfnachweis über das bekannte „gelbe Heft“ weiterhin möglich und gültig.

So funktioniert der digitale Impfnachweis

Der digitale Impfnachweis wird in der Arztpraxis oder in einem Impfzentrum generiert. Nach Eingabe der Daten wird ein 2D-Barcode erstellt, den die Nutzer einscannen können. Der Impfnachweis wird dann von über eine App, die kostenfrei zum Download bereitgestellt wird, auf dem Smartphone gesteuert. Die App speichert die Impfbescheinigung lokal auf dem Smartphone. Dieser 2D-Barcode ist nur einmalig einlesbar und die Impfbescheinigung anschließend an das Smartphone gebunden.

So soll Missbrauch verhindert werden?

Der digitale Impfnachweis darf nur von autorisierten Personen in Impfzentren, Arztpraxen und Krankenhäusern ausgestellt werden. Bei der Überprüfung ist ergänzend ein Lichtbildausweis vorzulegen. Der digitale Impfnachweis ist kryptographisch vor Veränderungen geschützt und gleichzeitig an ein Smartphone gebunden, so dass auch ein möglichst umfassender Schutz vor Vervielfältigung besteht.

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Info:

Digitaler Impfsommer

  • Der digitale Impfnachweis soll zum Ende des zweiten Quartals 2021 zur Verfügung stehen.
  • Ein zentrales Impfregister ist nicht geplant.
  • Digitale Impfnachweise von Kindern oder Partnern können zusammen auf einem Smartphone gespeichert werden.

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