20.11.2001 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Patenkompanie aus Weiden gedenkt mit Speinshartern der Opfer von Krieg und Terror: Zwei Soldatinnen als Ehrenwache

von Redaktion OnetzProfil

Speinshart. (gpa) Bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag bildeten am Speinsharter Kriegerdenkmal erstmals weibliche Soldaten die Ehrenwache. Der Vorsitzende der Soldaten- und Kriegerkameradschaft, Max Wagner, begrüßte unter den vielen Teilnehmern namentlich Pfarrer Pater Wolfgang Bangert, Bürgermeister Albert Nickl, Altbürgermeister Josef Scherl und die Gemeinderäte. Mit starken Abordnungen vertreten waren die Soldatenkameradschaft sowie die Feuerwehren aus Tremmersdorf und Speinshart.

Ehrenzug aus Weiden

Wagners besonderer Gruß galt dem Ehrenzug der Patenkompanie 5, Nachschubbataillon 4 aus Weiden. Pater Wolfgang Bangert gedachte eingangs der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror. Hauptmann Stefan Eberle sagte, die beiden Weltkriege und der Nationalsozialismus hätten Lücken in viele Familien gerissen. "Wir trauern heute mit ihnen." Die gefallenen Soldaten hätten ihr Leben im Glauben an eine gute Sache gelassen, doch "sie starben in menschenverachtenden Kriegen für sinnlose politische Ziele".

Viele unschuldige Opfer

Man müsse aber auch der unschuldigen Opfer in der Zivilbevölkerung gedenken, der Millionen, die in Folterkammern der Gestapo und in Konzentrationslagern endeten, auch die Widerstandskämpfer gegen die Nazis zählten dazu.

Eberle vergaß auch nicht die Opfer politischer Willkür in 40 Jahren SED-Herrschaft zu erwähnen, umgekommen in den Zuchthäusern der DDR, erschossen an der innerdeutschen Grenze oder vom allmächtigen Staatssicherheitsdienst in den Tod getrieben. Der Hauptmann gedachte ferner der Angehörigen der Bundeswehr, die ihr Leben in Ausübung ihres Dienstes oder während der Friedensmissionen verloren haben. "Der Einsatz im Rahmen von SFOR und KFOR in Bosnien und im Kosovo soll den Menschen dort das möglich machen, was wir seit mehr als 55 Jahren genießen können: Frieden."

Begleitet von dumpfem Trommelwirbel, erinnerte auch Bürgermeister Albert Nickl an die gefallenen Soldaten, an die Vertriebenen, die ihr Leben verloren, an die Widerstandskämpfer. Und er fügte hinzu: "Wir trauern um die Toten der Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terror und grausamen Attentaten, wir trauern mit den Müttern und allen, die Leid tragen um die Toten."

Kränze und Böllerschüsse

Zwei Kränze wurden am Denkmal niedergelegt, während das Lied vom "Guten Kameraden" angestimmt wurde und Böller krachten. Mit der Bayernhymne und dem Deutschlandlied, gespielt von der Jugendkapelle Creußen, klang die Feierstunde aus.

 

 

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