04.01.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Vor 3000 Jahren machen Jägerstämme Oberland bei Freudenberg unsicher: Marodierende Kelten

Einen ganz besonderen Vortrag hörten die Oberlandler "zwischen den Jahren" im Gasthaus Haas in Schleißdorf. Heimatforscher Reinhard Dähne drehte die Zeit um 2000 bis 3000 Jahre zurück, als durch das Oberland noch keltische Jägerstämme zogen.

von Autor (gri)Profil

"Dass Schleißdorf schon 3000 Jahre alt ist, kann ich nicht bestätigen", erzählte Dähne. Sicher aber sei das Gebiet um Johannis- und Buchberg vor 3000 Jahren nicht menschenleer gewesen. Darauf deuteten Funde von Jagdwaffen und nicht zuletzt der Keltenwall auf dem Johannisberg hin.

Slawen und Kelten hätten wahrscheinlich die Dörfer Schleißdorf, Ellersdorf, Witzlricht und Hainstetten gegründet haben. Zumindest die Ortsnamen Schleißdorf, Ellersdorf und Witzlricht stammten offenbar vom Rufnamen ihres Gründers.

"Anders als heute lag das Oberland in der Frühzeit zentral zwischen großen Handelsstraßen", sagte Dähne. Von Nord nach Süd habe die "Magdeburger Straße" am Oberland vorbei geführt, von Ost nach West die "Goldene Straße". Eine Theorie besage, dass zumindest eine Nebenroute dieser Altstraße auch durch Hainstetten geführt habe. Hainstetten scheine das älteste der vier Oberlanddörfer zu sein. Angeblich hätten sich hier auch einmal Mönche niedergelassen.

Das Ende der Zentralität sei mit der Einrichtung der Postkutsche nach Freudenberg gekommen, erklärte der Referent. Die Kutsche sei dort umgekehrt und habe das Oberland zum kaum erreichbaren Hinterland gemacht. Die Nähe zur Landkreisgrenze habe diese Wirkung verstärkt. So sei auch erklärbar, dass das Oberland mehr verwandtschaftliche Verbindungen zum Raum Nabburg als nach Amberg oder gar Sulzbach habe. Auch die Mundart im Oberland gleiche mehr dem Nabburger Dialekt als dem Amberger.

Eine optimale Ergänzung zum Vortrag über die Ortsgeschichte lieferten Uli Piehler und Ferdinand Schwarz mit Dias aus den letzten Jahrzehnten. Vor allem die Erinnerung an den Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" Anfang der 80-er Jahre lebte dabei wieder auf. Schleißdorf-Ellersdorf hat damals die Goldmedaille auf Bezirksebene und eine Silbermedaille im Bayern-Vergleich errungen. So manche, die da mit einem Bier am Stammtisch saßen, waren auf den Bildern im Kinderwagen zu erkennen. Besonderes Interesse weckten die alten Schwarz-weiß-Aufnahmen. Bei so manchem Bild konnte nur noch Jakob Meyer aus Ellersdorf als ältester im Saal weiterhelfen. Er erkannte fast alle Personen wieder.

Standesgemäß für einen Oberlandler Heimatabend gab es danach Musik aus dem Oberland. Gerhard Köbler spielte mit seiner Quetschn und Jakob Meyer sang dazu. Das Gasthaus war so voll, dass viele Zuhörer keinen Sitzplatz mehr gefunden haben. Da Reinhard Dähne auch noch über die Kapellen und die Pfarrzugehörigkeit des Oberlandes nachgeforscht hat, wurde der vielfache Wunsch nach einem zweiten Teil des Vortrages laut.

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