15.01.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Projektleiter Bertram Nold erinnert bei Soldatenkameradschaft an "Arbeit für den Frieden" Unvergessliche Erlebnisse in Frankreich

von Bertram NoldProfil

Gemeinsam mit den Schülern der jetzigen neunten Klasse der Volksschule Neusorg, den Musikern der Gruppe "Sbyranka" sowie Schülern aus Tschechien waren Mitglieder der Krieger- und Soldatenkameradschaft Fuhrmannsreuth im Juli vergangenen Jahres auf dem Soldatenfriedhof Niederbronn-Les Bains in Frankreich, um dort ein gemeinsames Projekt durchzuführen. Bei der Hauptversammlung berichtete Projektleiter Bertram Nold darüber.

Er erinnerte an die Vorgänge des Hess-Aufmarsches in Wunsiedel im August 2003 und leitete daraus die Bedeutung eines solchen Projektes in der heutigen Zeit ab, in der auch auf Grund der politischen Lage der Ruf nach dem "starken Mann" laut werden könnte. Nach der Präambel der Satzung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sei es geradezu verpflichtend, die Jugend einzubinden und die Arbeit Länder übergreifend zu gestalten.

Diesen Vorgaben sei das Projekt aufs Beste gerecht geworden. Gemeinsame Pflegearbeiten wurden ausgeführt, das KZ Natzweiler-Struthof wurde besucht, was zum beeindruckendsten Teil des Projekts wurde. Schwieriger sei es mit der Erinnerung an den Besuch der Maginot-Linie. Solch gewaltige finanzielle Anstrengungen sind nur nötig, weil es auf der Welt keinen Frieden gibt. Wie gut ginge es den Staaten, bräuchten sie die Haushaltsstelle "Verteidigung" nicht.

Nach der Teilnahme an den Feierlichkeiten zum 13. Juli werden sich die Schüler wahrscheinlich besser erinnern an "liberté, egalité, fraternité" und auch die Bedeutung für die Zukunft der gesamten westlichen Welt besser verstehen. Die Arbeit auf einem Friedhof als Ruhestätte von Tausenden von Soldaten und Zivilisten sei wohl etwas ganz anderes, als den Stoff zu Hause im Klassenzimmer durchzuarbeiten. Man sei dem Geschehen näher, bereiter zur Aufnahme, weil Emotionen einen weit größeren Anteil hätten. Auch ein Film wie "Schindlers Liste" werde dort anders erlebt.

Nold berichtete weiter über einen symbolischen Friedenspfad, den Besuch des Europarats und andere Teile des Projekts. Die Überraschung, dass acht ehemalige Schüler aus Neusorg nachreisten, um sich engagiert an der Arbeit zu beteiligen, wertete er als Bestätigung für den Erfolg des damaligen Projektes: "Was kann einem Lehrer Schöneres passieren!" Es sei für ihn unvorstellbar, dass ein junger Mensch, der einmal an einem solchen Projekt beteiligt war, der rechten Szene anschließt.

Natürlich habe ein solches Unternehmen auch Grenzen, auf die man sehr schnell stoße. Es war nicht möglich, mit allen Beteiligten die Vorbereitungen intensiv zu gestalten; hier gebe es nicht nur Sprachbarrieren, sondern ganz einfach auch organisatorische Probleme.

Sicher hätte man von "Sbyranka" eine intensivere Mitarbeit erwartet; aus der Ukraine anzureisen und sich auf den Weg zu machen ist aber nun einmal etwas anderes als zwei Jahre an der Vorbereitung zu arbeiten. Natürlich wäre die Mitgestaltung des Volkstrauertages in Brand ein hervorragender Abschluss gewesen. Leider gab es hier unüberbrückbare Hürden.

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