07.09.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Nebenerwerbslandwirt Gürtler investiert - "Tag der offenen Stalltür" ein Besuchermagnet: Wellness pur für Rindviecher

Am Sonntag zog der Duft von Kaffee und den guten Kücheln der "Damabäuerin" durch den Stall. Schon in einigen Tagen wird's nach Grassilage und Rindermist riechen. Nicht nur Landwirte, sondern die Bevölkerung aus Nah und Fern nutzte den "Tag der offenen Stalltür" in Kühried, um einen Einblick in einen modernisierten Bauernhof zu erhalten.

von Gertraud Portner Kontakt Profil

Mit diesem Ansturm hatten Reinhard und Angela Gürtler sicherlich nicht gerechnet. Schon am Vormittag war der neue Milchviehlaufstall ein Besuchermagnet. Die Stallbaufirma Haas & Rabenbauer sowie Stalltechnik Fuchs hatten eingeladen und deren Repräsentanten sowie Gürtler selbst, beantworteten die Fragen.

Der Nebenerwerbslandwirt verzichtete zwar auf moderne Computersteuerung an Fresstisch und Melkstand, doch der Stall ist nach den neuesten Erkenntnissen im Agrarbereich gebaut. In den Liegeboxen mit "Kuh-Komfort-Matte" aus Gummi haben 25 Milchkühe Platz, dazu kommen 18 Boxen für Kalbinnen und eine Abkalbe- und Krankenbox. Auf Tiefstreu können es sich 15 Kälber gemütlich machen. Bereits bewohnt sind die zwei Boxen für die Pferde.

Täglicher Spaziergang

Während des Tages können die "Rindviecher" auf dem Spaltenboden frei rumlaufen und durch das Gebäude spazieren. Der Mist fällt dabei gleich in den Güllekeller und Schwemmkanal. "Früh und abends vor der Fütterung werden zwei Drittel des Stalles abgesperrt", berichtet Reinhard Gürtler. Dann müssen die Kühe durch den Melkstand gehen, um anschließend an das Futter zu gelangen. Hier wartet bereits Gattin Angela. Die Kühe stehen 90 Zentimeter höher und so kommt sie ohne sich bücken zu müssen, an die Euter. Die Milch wird sofort in den Kühltank im Keller abgepumpt.

In dieser Zeit hat der Landwirt mit dem Traktor den knapp fünf Meter breiten Futtertisch gefüllt. Dort gibt's auch Schrot als "Leckerei" und für den Durst steht ein Tränkebecken bereit. Vor der Nachtruhe noch ein paar Streicheleinheiten? Kein Problem. Eine riesige gelbe Rundbürste dient als automatische Kuhputzmaschine. "Das ist ja wie eine Bürstenmassage im Wellnessbad!", meint eine Besucherin überrascht. Und damit der Stallgeruch nicht zu intensiv wird, kann das Lichtband (beidseitige Fensterfront) nach unten gefahren werden und durch die Trauf-First-Entlüftung zirkuliert die Luft.

Baubeginn war am 26. April 2004. Das alte Haus, Scheune und der veraltete Stall wurden durch das moderne landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude (30 Meter lang und 22 Meter breit) ersetzt. "Vorteil ist, dass sich dieses direkt am Wohnhaus befindet", betont Bäuerin Angela Gürtler.

Rollbraten am Futtertisch

Durch die Hanglage wurde alles untergebracht. Platz fand auch ein Büro und im Keller befindet sich die komplette Technik, der Milchtankraum, ein großer Wirtschaftsraum und die Heulagerung. Der Güllekeller ist mit automatischem Rührwerk ausgestattet. In einem Anbau wurden Getreidesilos und Futterlager geschaffen und so können auf wenig Raum alle innerbetrieblichen Arbeiten schnell und mit Übersicht erledigt werden.

Nachdem die Gäste alles genau inspiziert hatten, nahmen sie auf den Bänken und Tischen am Futtertisch Platz. Bei Kuchen, Rollbraten, Würstl'n und Getränken wurde es ein gemütliches Hoffest.

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