09.02.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Kapellenbauverein Geiselhof besteht weiter - Frank Mitschke zweiter Vorsitzender - Beiträge ...: Auflösung ist jetzt kein Thema mehr

Der Kapellenverein Geiselhof besteht weiter. Das haben die Mitglieder bei der Versammlung beschlossen, die eigentlich zu seiner Auflösung einberufen wurde. Die Dorfkapelle St. Walburga ist nach der Sanierung zum Schmuckstück des Ortes Geiselhof geworden.

von Autor (gri)Profil

Es war ein glücklicher Umstand, dass sich der vormalige Besitzer, Albert Wendl, mit einigen Ortsbewohnern entschloss, das Gebäude aus den Jahren um 1840 nicht zu beseitigen, sondern wieder zu einem geistlichen Mittelpunkt Geiselhofs werden zu lassen.

Sakraler Mittelpunkt

Das Vorhaben war nicht einfach, nicht nur weil Zweifel und Kritik zu bewältigen waren, sondern weil das Bauwerk weder einen gesunden Dachstuhl, noch ein erforderliches Fundament besaß. Alle Schwierigkeiten wurden schließlich gemeistert und heute besitzt Geiselhof wieder einen stolzen architektonischen und sakralen Mittelpunkt.

Damit schien nach Auffassung einiger Vereinsmitglieder der Vereinszweck erfüllt und es stellte sich die Frage nach der Vereinsauflösung. Diese Entscheidung sollte bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung getroffen werden.

Vorsitzender Albert Wendl berichtete über die Tätigkeiten im Jahr 2003. Sie betrafen vor allem die Einrichtung des Geläuts. Schwierigkeiten traten auf, als unvorhergesehen die Glockenaufhängung zu erneuern war, was Millimeterarbeit erforderte. Ein Elektroanschluss konnte im Einvernehmen mit dem Stromversorger gelegt werden, so dass aufwendige Grabungsarbeiten entfielen. Allerdings musste das neue Fundament zur nachträglichen Unterfangung der Mauern gebohrt und aufgestemmt werden.

Daraufhin folgte der Bericht des Schriftführers Reinhard Dähne. Zwar seien einige Vereinsmitglieder im Laufe des Jahres ausgetreten, aber die Kapelle benötige weiterhin Pflege und Betreuung. Mit Stolz und Freude kann der Verein auf das Geleistete zurückblicken, das als Beispiel einer gemeinsamen Kraftanstrengung über die Ortsgrenzen hinauswirkt und auch den Zeitraum einer Generation überdauert.

"Es ist, als seien die Herzensangelegenheiten mehrerer Generationen in das alte Mauerwerk eingewachsen", sagte Dähne. Die Glocke ist wieder Alltagsbestandteil des Ortes geworden, so dass ein Heimatgefühl nicht nur an den optischen, sondern auch an den akustischen Zeichen eines bestimmten Raumes wachsen kann.

Willi Unglaub erläuterte detailliert den Kassenbericht. Es wurde deutlich, welchen Aufwand selbst ein zahlenmäßig kleiner Verein auf finanziellem Gebiet erfordert. Es sei ein besonderes Glück gewesen, in Willi Unglaub einen Meister der Teil-, Voraus- und Nachzahlungen, Zuschüsse, Spenden und Beiträge, Verhandlungen und Verträge, Quittungen und Belege zu finden, der die Gemeinnützigkeit des Vereins beim Finanzamt stets nachweisen konnte.

Die Gemeinnützigkeit, auch die zu erwartenden Kosten für Bauunterhalt, Schmuck und Pflege bewogen schließlich die Mehrheit der anwesenden Mitglieder, von einer Auflösung des Kapellenvereins abzusehen. Man beschloss wegen der schuldenfreien Bilanz, den Jahresbeitrag der Mitglieder auf zehn Euro zu senken.

Neuwahl

Satzungsgemäß war eine Neuwahl des Vorstandes erforderlich, weil der 2. Vorsitzende, Adolf Birner, für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung stand. Dafür kandidierte Frank Mitschke. Er wurde einstimmig gewählt. Eine schöne Belohnung für die Geiselhofer Bemühungen ist die Aufnahme der Sankt-Walburgis-Kapelle in den Kulturkalender 2004 der Arbeitsgemeinschaft Oberes Vils- und Ehenbachtal (AOVE). Die Kapelle erscheint mit zwei Bildern und Beschreibung im Monat Februar.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.