23.02.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Carola Reger erläutert Geschwisterkonstellationen und ihre Auswirkungen in der Familie: Von Beschützern und Provokateuren

von Siegfried BockProfil

Verständnis füreinander zu wecken und um Gerechtigkeit innerhalb der Familie bemüht zu sein, dazu rief Diplom-Sozialpädagogin Carola Reger aus Neusteinreuth die rund 20 Mütter bei ihrem Vortrag im Kindergarten auf. Reger gab einen lehrreichen Einblick in Geschwisterprobleme, deren Formen und Auswirkungen auf das Innenleben einer Familie.

"Von Geschwisterkonflikten berichtet bereits die Bibel mit Kain und Abel und auch das Märchen vom gestiefelten Kater", bemerkte die Referentin. Konfliktkonstellationen ergäben sich in ihrer Eigenart durch die Zusammensetzung der Geschwisterreihe. Merkmale seien Geschwisterzahl, die Proportion zwischen Brüdern und Schwestern, der Altersabstand und die Position in der Geburtenreihe.

Reger, selbst Mutter von zwei Söhnen, stellte die Haupttypen Einzelkind, Erstgeborenes, zweites Kind, "Sandwichkind" und jüngstes Kind sowie deren typische Charakterzüge vor.

Sie verdeutlichte, dass Eifersucht eine zentrale Rolle spiele, da sich das erste Kind durch einen Bruder oder eine Schwester meist entthront fühle. Folglich kämpfe es darum, frühere Macht und Zuneigung wiederzugewinnen. Die Zweitgeborenen dagegen seien meist unbekümmerter, da sie weniger Angst hätten, die Elternliebe teilen zu müssen.

Die selbstständige Kursleiterin erläuterte, dass es für Zweitgeborene von Anfang an selbstverständlich sei, nicht als einziges Kind in der Familie zu leben. "Sandwichkinder" hätten es schwer, weil die wichtigen Rollen in der Familie wie Beschützer oder Schützling vergeben seien, fuhr Reger fort. Oft würden sie sich deshalb über Provokationen von Eltern und Geschwistern die nötige Aufmerksamkeit holen.

Das jüngste Kind, manchmal zudem ein Nachzügler, sei oft der Liebling der Familie und erfahre meist besondere Aufmerksamkeit. Als Hauptursache dieser Konstellationseffekte nannte Reger den buchstäblichen Machtkampf zwischen Eltern und Kindern sowie unter den Kindern selbst.

Hilfreich sei, die Kinder einander näher zu bringen. Die Erwachsenen sollten es durchaus zulassen, dass Kinder sich gegen Eltern verbünden, denn dies fördere Geschwisterbeziehungen. Dabei sollte die elterliche Beziehung als Vorbild dienen. Oberste Prämisse für Eltern sei der respektvolle Umgang mit allen Familienangehörigen, "weil er das Verhalten der Kinder und Geschwister zueinander prägt".

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.