16.09.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Ausgelassene Kirwagaudi in Freudenberg - Besucher strömen in Scharen zum Brauchtumsfest: Am Ende wird der Hut zerhackt

Ein berstend volles Bierzelt, tanzende Kirwapaare und schweißgebadete Musikanten: Das ist die Freudenberger Kirwa. Auch in diesem Jahr strömten wieder hunderte Menschen in den brodelnden Hexenkessel im Märklgarten. Von Samstag bis Montag steppte dort der (Kirwa)-Bär.

von Autor (gri)Profil

"Feiern bis zum Umfallen" ist bei der Freudenberger Kirwa angesagt - wenn es nur ginge! Das Zelt war vor allem am Samstag und am Montag so voll, dass das Umfallen unmöglich war. Viele Auswärtige waren gekommen, aber auch wieder viele Ex-Freudenberger, Verwandte und Bekannte der Kirwapaare.

Für letztere begann das Fest eigentlich schon eine Woche vorher mit dem Herrichten des Zeltes. Und als ob die Kirwatage nicht anstrengend genug wären, versammelten sich die 26 Kirwapaare am Freitagabend zur "Vorkirwa" im Märklgarten. Wenige Stunden später eröffnete Oberkirwabursch Martin Solfrank die Kirwa, indem er mit seinen Mannen in den Wald aufbrach, um den Kirwabaum zu holen. In diesem Jahr war Georg Kumeth aus Sitzambuch der edle Stifter.

Mit Hilfe der "Goißn" stemmten die Burschen und Männer aus Freudenberg und Umgebung den Kirwabaum in die Höhe. Nach der Arbeit kam das Vergnügen: Bürgermeister Norbert Probst zapfte am Samstagabend das erste Fass Kirwabier an und die Band "Wöidarawöll" spielte zur Eröffnung auf. Bis spät in die Nacht herrschte beste Stimmung im Zelt.

Höhepunkt war natürlich das Austanzen des Kirwabaumes. Begleitet von den Hammerbachtaler Musikanten zogen die Kirwapaare am Sonntagnachmittag zum Baum, unter dem sie altüberlieferte und neu gedichtete Schnodahüpfln zum Besten gaben. Natürlich warteten die Kirwaburschen aus dem Oberland schon auf die Verse, die ihnen gewidmet waren. Sie wurden nicht enttäuscht.

Zur Unterhaltung spielten am Sonntagabend die Bayerwald-Rebellen. Einem von ihnen hat sein Gastspiel in Freudenberg anscheinend so gut gefallen, dass er gleich noch bis zum Bärentreiben am Montag blieb. Das Kirwabärtreiben durch Freudenberg und Wutschdorf ist in seiner Art einmalig. Von acht Uhr morgens bis zum späten Nachmittag zieht der Kirwabär, begleitet von den Musikanten aus dem Dorf, von Haus zu Haus.

Sehr diszipliniert

Sichtlich mitgenommen, aber sehr diszipliniert, ließen die Kirwamoidln und -burschen den Kirwa-Endspurt angehen. Im Bierzelt spielten die Rauhbirln auf und ließen es bis weit nach Mitternacht noch einmal richtig krachen. Sie schafften es, dass das komplette Zelt auf den Bänken stand. Zu späterer Stunde wurde der Kirwabaum verlost: Birgit Neiß aus Freudenberg ist die stolze Gewinnerin.

Martin Solfrank bedankte sich ausdrücklich bei allen Nachbarn für ihr Entgegenkommen und bei allen Helfern und Unterstützern. Am Ende der Kirwa verabschiedeten sich fünf Kirwaburschen vom Kirwaburschen-Leben: Sie zerhackten vor den Augen von mehr als tausend Kirwabesuchern ihren Hut.

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