08.10.2020 - 09:48 Uhr
KemnathBesserWissen

Richtig aufräumen Teil 8: Die Seele entrümpeln

Unsere Seele ist ein Haus, auch einen Dachboden gibt es, mit all den Dingen aus der Vergangenheit. Hören Sie zu, was Ihre Seele zu erzählen hat, rät Kathrin Karban-Völkl.

Kathrin Karban-Völkl ist Religions- und Gestaltpädagogin und als freiberufliche Referentin in der Bildungsarbeit tätig. Bekannt ist sie in der Region auch als Autorin des Buches „Entrümple und lebe“. Mehr Informationen auf www.diewortmacherei.de.
von Redaktion ONETZProfil

Von Kathrin Karban-Völkl

Ich stelle mir vor, unsere Seele wäre wie ein Haus. Da ist ein Eingangsbereich mit den Spuren der vielen Menschen, denen Sie im Laufe Ihres Lebens begegnet sind. Ein unaufhaltsames Kommen und Gehen. Da sind die gemütlichen Wohnräume mit viel Begegnung, bewegenden Gesprächen und besonderen Ereignissen. Da ist der Keller, mit den Erfahrungen, die Sie noch nicht zuordnen, geschweige denn ablegen konnten. Und auch ein Dachboden existiert, mit all den Dingen aus der Vergangenheit.

Sicher gibt es in diesem Haus auch einen Raum, der nur für Sie selbst bestimmt ist. Ein Ort, wo Sie bei sich sein können und nirgends sonst. Dazu ein Gedanke, den ich einmal gelesen habe: „Heute besuch ich mich mal. Mal schauen, ob ich zu Hause bin.“ Ich denke, oft genug sind wir bei den Menschen um uns herum und eben nicht bei uns selbst. Schade, denn unser Leben hat so viel zu bieten. Mein Tipp: Gönnen Sie sich ab und zu Exklusiv-Zeit mit sich selbst. Hören Sie zu, was Ihre Seele zu erzählen hat, es ist einmalig!

Seelengerümpel der Extraklasse: Kennen Sie die eigentliche Wortbedeutung von „Entrümpeln“? Es ist das „Entsorgen“. Was sich dahinter verbirgt, ist der größte Seelenmüll aller Zeiten: unsere Sorgen. Meinen Sie wirklich, es bringt Ihrer volljährigen Tochter etwas, wenn Sie sich zu Hause stundenlang mit der Sorge herumquälen, ob ihr auch nichts zustößt auf dem lange ersehnten und schlaflosen Open-Air-Festival? Oder denken Sie, dass Sie wirklich sicherer ankommen, wenn Sie bei der Fahrt durch die verschneite Winternacht sorgenvoll das Lenkrad umklammern und bangend hoffen, dass Ihnen nichts passiert? Nein, eben genau nicht.

Deshalb: Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen „Sich-Sorgen-machen“ und „vorsichtig sein“: Nur das Zweite führt zu einem Ergebnis, einem positiven Ergebnis. Denn es ist mittlerweile erwiesen, dass unser Kopf ein kleines aber doch bedeutendes Wort nicht denken und somit auch nicht umsetzen kann: das Wort „nicht“. Und wenn Sie jetzt also bitte nicht an einen blauen Eisbären mit Hut denken sollen, dann gehe ich davon aus, dass Sie sich gerade Gedanken über dessen Hutfarbe machen ...

Was uns das sagt? Unser Gehirn – und auch unsere Seele – braucht klare und positive Anweisungen. Streichen Sie also bitte das Wort „nicht“ aus Ihrem Wortschatz – und erleben Sie, was es heißt sorgenfrei zu leben.

In der nächsten Folge: „Ran an die Schublade“.

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