21.06.2004 - 00:00 Uhr
BärnauOberpfalz

Gelungenes Marktspectaculum in der Knopfstadt - Ein Ausflug in die Ritterzeit: Paukendonner und klirrende Schwerter

Für eine Reise in das Mittelalter braucht es keine Zeitmaschine. Für einen Ausflug zu furchtlosen Rittersleuten, lustigen Gauklern oder buntem Händlervolk genügte am Wochenende eine Fahrt in den Osten des Landkreises. Bärnau bewies sich einmal mehr als Kulisse für ein abwechslungsreiches "Historisches Marktspectaculum", das mit Musik, Schauspiel und kulinarischer Festtagstafel allerlei Volk unterhalten konnte.

von Werner Schirmer Kontakt Profil

Zwar nicht unter sommerlicher Sonne, doch aber unter trockenem Wolkenhimmel erlebten die zahlreichen Besucher eine Attraktion, die im Kreis ihresgleichen sucht. Fahrendes Volk, edle Rittersleut' und eine Musikantenschar mit Pauken und Schalmeien versetzte Bärnau zurück ins Mittelalter. Originelle Gewänder, festliche Kostüme und viel Eisenzeug mischte sich unter das Heer der Schaulustigen auf der Runde um den Marktplatz. Und mit großen Augen begutachteten gerade die kleinen Gäste die schwer bepackten Recken mit ihrem Gefolge.

Kaiser und einfaches Volk

Für zwei Tage war in Bärnau auch das Rad der Zeit in Sachen Währung zurückgestellt. Nicht Euro, sondern Taler durften die Kaufwilligen zücken. Pflasterzoll erlaubte den Zutritt, wobei der Veranstalter ganz mittelalterlich ein bisschen als Wegelagerer agierte. Zwar war den Kleinen der Zutritt zum Spectaculum umsonst gestattet, ab 15 Jahren aber kannten die Zöllner keinen Unterschied mehr. Jenseits der Tore war Standesdünkel eh nicht angesagt um Edelleute, allen voran Kaiser Karl IV. aus nächster Nähe zu bestaunen. Schon zum Auftakt am Samstag präsentierte sich das bunte Völkchen in bester Stimmung. Historische Musikgruppen ließen Dudelsäcke und Pauken an allen Ecken erklingen. Für einen besonderen Auftritt sorgten die Spielleute aus Leipzig. Unter dem Namen "Dudelzwerge" zogen sie das Publikum in ihren Bann. Gerade Trommler Rene faszinierte mit wuchtigen Schlägen an seiner mächtigen Pauke und demonstrierte die musikalische Größe der Zwerge.

Mönche und Gaukler

Gleich mehrere Male machten die Vertreter der insgesamt über 60 Gruppen ihre Runden um den Marktplatz. Auf hohen Stelzen wurde die Schar von lustigen Gesellen begleitet. Fromme Mönche füllten beleibt ihre Kutten, Gauklerpack zeigte seine Künste mit fliegenden Keulen, finstere Gesellen aus dem Norden und Barbaren schepperten mit Schwertern und Schildern. Und auch der wilde Bärnauer Bär musste sich in seinem Käfig vorführen lassen. Mit den vielen Aktiven und Gästen aus der tschechischen Republik gab sich das Fest auch international. Und in seinem Willkommensgruß an Gäste und Akteure konnte Bürgermeister Peter Hampel schon zu Auftakt erlebnisreiche Tage bei dieser 3. Festspielzeit versichern.

Ritterschmaus und Met

Dass bei all dem Spektakel die Verköstigung der Besucher nicht zu kurz kam, dafür sorgten die rührigen Vereine der Stadt. Vielfältige Gaumenfreunde wurden angeboten, von Schweinshaxen und Kesselfleisch bis hin zum Ritterschmaus und Met. Wer's weniger exotisch haben wollte, dem blieb auch die Auswahl an Räucherfisch, Pizza oder Bratwurst. Feine Köstlichkeiten, wie böhmische Spezialitäten rundeten das Angebot ab.

Turnier ohne Reiter

Nicht ganz den Erwartungen gerecht wurde allerdings das Ritterturnier am Stadtgraben. Gerade den Kindern fehlte der Wettstreit der berittenen Edelleute. Die stolzen Vierbeiner erhofften die zahlenden Gäste vergebens. Zwar mühten sich die Ritter vor Kaiser Karl und seinem Gefolge mit Bogen, Speer und Schwert, doch waren es eher die Spaßmacher und Keulenschwinger, die am Stadtgraben für Unterhaltung sorgten. Während die Kämpen eine wenig stolze Figur bei den Disziplinen machten, zeigte der tapfere Knappe, der auf der wackeligen Leiter an der hohen Punktetafel die Ergebnisse vermerken musste, eine deutlich bessere Leistung.

Das Gesamterlebnis Ritterzeit trübte dieser Auftritt allerdings nicht. Gerade den kleinen Besuchern war die Begeisterung anzusehen. Mit Papphelm, Holzschwert und Schild bestückt bereicherten sie die Kulisse und belohnten die Bemühungen der Veranstalter. Und viele der kleinen Ritter werden heute schon sehnsüchtig auf das nächste Marktspectaculum in der Knopfstadt warten.

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