14.06.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Verwirrung im Verein: Landrat fühlt sich entlastet, Mitglieder geteilter Meinung: Das Heidelberger Schießen

von Jürgen Herda Kontakt Profil

Gegensätzlicher kann man eine Mitgliederversammlung kaum beschreiben. Während unsere Heidel-berger Berichterstatterin (Artikel oben) turbulente Szenen und überkochende Emotionen aufzeichnete, gab sich Landrat Armin Nentwig gegenüber der AZ "erleichtert, dass alle Vorwürfe gegen mich widerlegt werden konnten".

Allerdings räumte der Bundesvorsitzender des Verbandes Schädel-Hirnpatienten in Not e.V. ein, dass er bei der siebenstündigen außerordentlichen Mitgliederversammlung am Samstag in Heidelberg, zu der rund 160 Mitglieder gekommen waren, sein Amt bis zu einer Neuwahl des Vorstandes niedergelegt habe: Die hitzige Diskussion habe dazu geführt, dass die Mitgliederversammlung auf Vorschlag Nentwigs, der damit den Weg für Neuwahlen habe freimachen wollen, die gesamte Vorstandschaft abberief.

Die Mitglieder hätten laut Nentwig der Vorstandschaft aufgrund der internen Querelen und insbesondere der von Teilen der Vorstandschaft an die Presse gegebenen Fehlinformationen kein Vertrauen mehr entgegenbringen können. Aus Heidelberg war dagegen zu vernehmen, dass der Landrat die Mitglieder nicht von seiner Version habe überzeugen können.

Die Mitgliederversammlung beschloss jedenfalls, derzeit keine Neuwahlen durchzuführen, sondern den Verein kommissarisch durch einen Notvorstand führen zu lassen, den das Amtsgericht Amberg bestellen muss.

Nentwig hierzu: "Ich bin froh, dass die Mitglieder nunmehr die Zeit haben, in den kommenden Monaten darüber zu entscheiden, wem sie die Führung dieses einzigartigen Verbandes anvertrauen möchten. Nachdem diese Vorwürfe durch die Gutachter erneut entkräftet worden sind, stehe ich hierfür selbstverständlich wieder zur Verfügung und werde mich bei der kommenden Mitgliederversammlung erneut zur Wahl stellen."

Nentwigs Anwalt, Andreas Moser, verwies auf die "drei unabhängigen, vereidigten Gutachter", die bei der Versammlung sämtliche Vorwürfe hätten entkräften können. Die Gutachter hätten laut Moser festgestellt, dass die Amtsführung des Bundesvorsitzenden Armin Nentwig keinen Anlass zu Beanstandungen gab und dass dem Verein kein finanzieller Schaden entstanden sei. Vielmehr, so ein Gutachter, hätte Nentwig gegenüber dem Verein sogar auf Ansprüche verzichtet, die er geltend hätte machen können.

"Es ist traurig, dass diejenigen, die mir mit diesen Vorwürfen schaden wollten und nun erwiesenermaßen im Unrecht sind, dem Verband großen Schaden zugefügt haben. Insbesondere durch die Indiskretion via Presse wurde der Verband in ein vollkommen falsches Licht gerückt."

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