23.02.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Simons Zivildienst-Stelle war ein Glücksgriff: Omas letzter Wunsch

von Jürgen Herda Kontakt Profil

"Es gibt schon Erfahrungen, die ich nicht missen möchte", erzählt Abiturient Simon Obendorfer, der seit 1. Juli bei den Johannitern seinen Zivildienst ableistet. "Eine alte Frau, die im Sterben lag, wollte unbedingt noch ihr Urenkerl sehen dürfen - als ihre Enkeltochter entbunden und sie das Baby gesehen hatte, ist sie friedlich gestorben."

Für Simon war die jetzige Stelle ein Glücksgriff: "Man hört von Kollegen schon andere Geschichten. Im Krankenhaus etwa soll es etwas ungemütlich zugehen." Bei den Johannitern fühle er sich pudelwohl: "Mit den anderen Zivis gehe ich oft abends noch weg, das ist ein super Team. Aber auch die Krankenschwestern und die Chefs sind schwer in Ordnung." 7,7 Stunden müsse er am Tag runterreißen, abwechselnd in verschiedenen Touren: "Es gibt die Pflegetour gleich um sechs Uhr morgens, dann die Zivitour mit Spazieren gehen und Einkaufen und dann noch eine Abendtour."

Den Sold findet er o.k., schließlich sei das das erste Gehalt überhaupt: "Für mich ist das gutes Geld, allerdings wohne ich auch noch zu Hause. Ich kann mir schon vorstellen, dass es für jemanden, der bereits gearbeitet hat, eng wird."

Seine beruflichen Wünsche hat der Zivildienst nicht beeinflusst - anders als bei einem Kollegen, der nach seinem Dienst Pfleger gelernt hat. Simon möchte anschließend in Regensburg Lehramt Deutsch und Englisch für Realschule studieren. "Obwohl, Medizin hätte ich schon auch gerne probiert, aber dafür haben die Noten leider nicht gereicht."

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.