01.02.2005 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Prager Sinfonieorchester und Ballett begeistern mit Johann Strauß-Abend im ACC: Gala perfekt wie der Meister selbst

von Autor MMAProfil

Mehr als hundert Jahre zurück versetzte die große Johann Strauß-Konzert-Gala die Zuhörer am Donnerstagabend mit Ausschnitten aus den Operetten "Der Zigeunerbaron", "Wienerblut", "Eine Nacht in Venedig", "Der Vogelhändler", "Die Fledermaus" sowie als Finale dem Radetzkymarsch. Hätte als Ambiente zwar besser das Stadttheater gepasst, als das eher nüchterne ACC, so waren die Besucher doch überzeugt von den Darbietungen des Rundfunk-Sinfonieorchesters Prag, dem Johann Strauß-Ballett - ebenfalls aus der tschechischen Hauptstadt -, den drei Solisten und Moderator Rolf Hartge.

Mit Komplimenten für Amberg und unaufdringlich weitergegebenem Hintergrundwissen hatte sich Letzterer sofort in die Herzen der vielen Zuhörer geschmeichelt und führte gekonnt durchs Programm, das "unsterbliche Arien und Duette der Strauß-Familie" versprochen hatte, die tatsächlich perfekt präsentiert wurden.

Ganz hervorragend war zum Beispiel das in Kammerbesetzung vertretene junge Orchester des Bayrischen Rundfunks mit sechs Frauen und sechs Männern unter der Leitung von Helena Gerlich. Die junge Orchesterchefin im Frack begeisterte mit Temperament und Hingebung in der Ausführung über zweieinhalb Stunden lang ihr Publikum.

Neben dem Ensemble tanzte auf der Bühne in bester Choreographie und fantasievollen Kostümen das Ballett, für das Hana Csicsel verantwortlich zeichnete. Die begabte Ballettmeisterin und Choreographin bestritt selber fast alle Auftritte mit und ist dem eingefleischten Publikum bereits von manchem Highlight in Salzburg und weiteren europäischen Zentren bekannt.

Hatte man am Anfang noch kleinere Unsicherheiten bei der Sopranistin Patricia Rosenberg gespürt, so erntete diese besonders bei ihren Soli nach der Pause begeisterten Applaus. Mit viel Charme umgarnte auch Kathrin Lopez - ebenfalls Sopran - das Publikum und brillierte vor allem bei den Duetten mit ihrem tschechischen Kollegen Alex Sedlitz. Dieser Tenor, der - so Moderator Rolf Hartge - "das hohe C locker wie ein Einstecktuch beherrscht", begeisterte von Anfang an mit fehlerlosen Darbietungen.

Ohne Zugabe ließen die Zuschauer das gesamte Ensemble natürlich nicht gehen und mit einem von Juchzern unterbrochenem Cancan in fluoriszierenden Röcken verabschiedeten sich Ballett und Orchester von einem lange applaudierenden Publikum.

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