16.02.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Interessengemeinschaft Maria Schnee rüstet sich mit neuen Argumenten für einen Bürgerentscheid: Gewerbegebiet A6 noch zeitgemäß?

"Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Globalisierung sind großflächige Industrie- und Gewerbegebiete das Rezept des abgelaufenen Jahrhunderts." Die Interessengemeinschaft Maria Schnee macht mobil gegen das geplante "Gewerbegebiet A6" am Waldrand bei Atzlricht: als Ultima Ratio auch mit einem Bürgerbegehren.

von Jürgen Herda Kontakt Profil

Günter Heyer hat zusammen mit den Vertretern der anderen Gruppierungen, die sich in der Interessengemeinschaft Maria Schnee zusammen gefunden haben, neue Argumente gesammelt und sie zu einer Resolution gegen das "Prestigeobjekt" gebündelt. Im Kern kritisiert die IG: "Die begrenzten Finanzmittel dürfen nicht in Traumprojekte auf der grünen Wiese gesteckt werden. Zehn kleine Start-up-Firmen mit 20 oder 30 Mitarbeitern auf den vorhandenen Flächen bringen mehr als ein Großbetrieb, der nur um den Preis einer nachhaltigen Zerstörung wertvoller Landschaft angesiedelt werden kann." Aus Sicht der Gewerbegebietsgegner ist das Vorhaben ein Rezept aus dem vergangenen Jahrhundert. Da immer mehr Konzerne ihre Produktion in Billiglohnländer verlegen würden, sei es ökonomisch wie ökologisch unsinnig, aufs Geratewohl ein Naturreservat für erhoffte Investoren zu zerstören, die aller Wahrscheinlichkeit nach nie nach Amberg kämen.

"High Tech ist die Lösung"

"High Tech ist die Lösung der Zukunft", meint Heyer. Dafür biete die Fachhochschule eine hervorragende Basis: "Das von der Stadt Amberg bereits angestrebte Technologie- und Gründerzentrum als eine Möglichkeit hierzu, findet unsere volle Unterstützung und sollte dringend unter Nutzung aller noch möglichen Fördergelder, wie sie ja von Minister Wiesheu wieder in Aussicht gestellt wurden, vorangetrieben werden."

Wichtig ist der IG, nicht in die Ecke wirtschaftsfeindlicher Träumer gestellt zu werden: "Es besteht kein Zweifel, dass die Wirtschaftskraft Ambergs gestärkt werden muss." Das erreiche man aber gerade nicht mit rückwärts gewandten Konzepten. "Klein aber fein", müsse die Strategie lauten, "High Tech und die kontinuierliche Verbesserung der Infrastruktur" sollten als Leitlinien dienen. Als Beispiel für eine solche Optimierungsaufgabe nennt Heyer das Gewerbegebiet West: "Das Areal mit der völlig überlasteten Fuggerstraße muss entzerrt und aufgewertet werden. Anstelle eines aufwändigen Verkehrskreuzes bei Lengenloh wäre ein Umbau des Pflegerkreuzes vordringlich."

Heyer betont, dass die Gruppe nicht nur für sich spreche: "Unser Bürgerbegehren wird von mindestens zehn Prozent der Einwohner unterstützt."

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