05.06.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Drei Weggefährten und die AZ gratulieren dem Oberbürgermeister zum 55.: "Du hast doch Talent!"

von Jürgen Herda Kontakt Profil

"Wenn's nach mir geht, soll er ewig weiter machen", kann sich Anita Englhart-Grahl, gute Seele im Alten Rathaus, ein Berufsleben nach Wolfgang Dandorfer kaum mehr vorstellen: "Wir sind so ein gutes Team!" Was sie am höchstamtlichen Geburtstagskind so schätzt? "Es ist irre, der ist immer gut drauf, obwohl er fast keine freie Minute hat, einfach sagenhaft."

Gestürzter Grieß

Und sie muss es wissen, schließlich verbringt die Dame im Vorzimmer der städtischen Macht die meiste Zeit mit ihrem Chef und kennt seine intimsten Vorlieben: "Mehlspeisen und alles, was süß ist - für einen gestürzten Grieß fährt er zu jeder Tageszeit zu seiner Mutter." Der Fernsehverächter hat auch eine Lieblingsfilmfigur: "Den Gernstl - ein Original, das auf der Suche nach außergewöhnlichen Leuten durch die Dörfer zieht. Damit kann er sich identifizieren, weil er auch so gerne mit den Leuten redet und beim Wandern irgendeinen Bauern nach dem Weg fragt, obwohl er ihn haargenau kennt, einfach nur weil er's lustig findet."

Alle Dinge sind drei und in Bayern geht ohne vierten Mann kein Schafkopf: "Da kann er fast so gut abschalten wie beim Wandern!" Wenn der Ober etwas hasst, dann sind es klingelnde Handys in der Kirche, bei Veranstaltungen oder Sitzungen: "Da kann er grantig werden."

Aber ansonsten bringt ihn kaum mehr etwas aus der Ruhe, grinst die Generalsekretärin, die seit 1990 vorm Amtszimmer wacht. "Nach dem Prechtl war der junge Spund mit seinem frischen Wind schon eine ganz schöne Umstellung", erinnert sie sich. "Alles wollte er wissen und die Arbeitsläufe hat er umgekrempelt. Aber Spaß hat's trotzdem gemacht, weil alles offener und interessanter wurde."

Die wilden JU-Jahre zusammen mit Wolfgang Dandorfer hat MdL Heinz Donhauser noch in bester Erinnerung: "Wir haben zusammen einiges auf die Beine gestellt, was dem Prechtl nicht immer gepasst hat." Zu ihren größten Erfolgen rechnet der Nachfolger Dandorfers im Bayerischen Landtag die Etablierung der städtischen Wirtschaftsschule im Gebäude der ehemaligen Pestalozzi-Grundschule. Was nicht geklappt hat: "Wir wollten ein Krankenhaus auf der grünen Wiese zusammen mit Sulzbach. Heute weiß man, dass das besser gewesen wäre."

Aus der Kurve getragen

An die Schuljungenstreiche des jungen Wolfgang D. erinnert sich Dr. Heinz Aigner noch bestens: "Wir sind immer in das Wochenendhaus meiner Eltern gefahren, wo wir's manchmal schon richtig krachen ließen." Einmal habe der "Wolfgang" das Auto des Vaters steuern dürfen: "Da hat's ihn aus der Kurve getragen - bei ihm zu Hause gab's ein großes Donnerwetter, aber zum Glück hat's mein Vater gelassen genommen." Ambergs großer Europa-Politiker sei es auch gewesen, der Dandorfer zur Politik gebracht habe: "Du hast doch Talent, du musst politisch was machen, geh' doch in die JU."

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