Nabburg
Wenig Nitrat, keine Spritzmittel
Stadt verweist auf regelmäßige Trinkwasseruntersuchungen - Antwort auf Bund-Naturschutz-Fragen
Nabburg. (am) Ob ein Düngeverbot im Wasserschutzgebiet rechtlich durchgesetzt werden kann, erscheint der Stadt aufgrund der gesetzlichen Regelungen sehr fraglich zu sein. Es sollen erst einmal die Stellungnahmen der Wasserwirtschaftsbehörden abgewartet werden. Das geht aus einem Brief hervor, den der amtierende Bürgermeister Armin Schärtl an BN-Vorsitzenden Hermann Birn- thaler schrieb, nachdem die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Fragen an die Stadt gerichtet hatte (wir berichteten).
Verbot zu erlassen?
Am 17. Januar 2007 beantragte die Stadt dann beim Landratsamt, die Verordnung im Hinblick auf strengere Auflagen zu überprüfen. Vier Wochen später erkundigte sich die Stadt bei der Kreisbehörde, ob ein generelles Dünge- oder Spritzmittelverbot erlassen werden kann, wie es der Geologe Dr. Karl-Heinz Prösl in einer Stadtratssitzung angeregt hatte. Dazu stünden noch Stellungnahmen aus.
Das Trinkwasser werde seit 1978 regelmäßig untersucht. Der Nitratwert des Reinwassers liege seither zwischen 25 und 35 Milligramm pro Liter. Lediglich beim Brunnen 3 habe es beim Rohwasser einige Werte über 40 gegeben. Dabei gilt zu beachten: Der zulässige Grenzwert beträgt 50. Pflanzenschutzmittel wurden dagegen noch nie festgestellt.
Sowohl nach der geltenden Schutzgebietsverordnung als auch nach der neuesten Musterverordnung sei das Düngen mit organischen und mineralischen Stickstoffdüngern zulässig und damit auch verantwortbar. Vorgeschriebene Untersuchungen und Begutachtungen seien im Spätherbst 2006 und Anfang März 2007 ausgeführt worden. Wörtlich heißt es: "Die Landwirte düngen entsprechend der Düngemittelbedarfbegutachtung. Pflanzenschutzmittel werden nur ausgebracht, wenn diese für Wasserschutzgebiete zugelassen sind". Kontrollen würden durch die Wasserwarte erfolgen, wie sie in der Eigenüberwachungsverordnung vorgesehen sind.
Sinkende Wasserstände
Das Hauptproblem für das Trinkwasser liege in den seit 2005 auftretenden, massiven Absenkungen der Brunnenwasserstände. Die Folge seien erhebliche Trübungen des Wassers, erhöhte Kohlensäure, coliforme Keime und Überbeanspruchungen der Brunnen. Die Aufbereitungsanlage sei seit 45 Jahren in Betrieb, eine umfangreiche Sanierung oder der Neubau dieser Anlagenteile werde erforderlich.
Der Stadtrat habe deshalb am 6. März ein Handlungskonzept zur Verbesserung der Versorgungssicherheit beschlossen.
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